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Fahrräder, Brillen und Containerstausysteme aus Holz: Die Nominierungen beim Bayerischen Innovationspreis machen Hoffnung: Der Cluster Forst und Holz ist innovativer, als man denkt

Im zweijährigen Turnus wird der Bayerische Innovationspreis in festlichem Rahmen in München verliehen. Die Initiatoren sind namhaft: Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, der Bayerische Industrie- und Handelskammertag und die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Handwerkskammern prämieren herausragende innovative Leistungen in fünf Kategorien – sowohl Produktentwicklungen und Verfahrenstechniken als auch Dienstleistungen. Der Preis trägt zur Sichtbarkeit des Innovationsstandorts Bayern und der Etablierung einer Innovationskultur bei. In der Kategorie »Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern« wurde die Firma Rematec ausgezeichnet, die Reibplattmühlen zur Holzverarbeitung entwickelt und herstellt. Unter den insgesamt 190 Nominierten befinden sich sechs weitere Unternehmen aus der Branche; aber auch Preisträger aus anderen Bereichen zeigen weitere Innovationspotentiale auf.

Für eine innovative Reibplattenmühle wurde die Firma Rematec ausgezeichnet (links), die Schreinerei Doktor für das Doktor-cycle nominiert. Der Rahmen besteht teilweise aus Holz. Fotos: Rematec/Schreinerei Doktor

Sonderpreis für eine Holzmühle

Die Firma Rematec aus Dietersburg in Niederbayern konnte mit der Entwicklung einer Reibplattenmühle im Bereich der Holz-Pelletiertechnik überzeugen. Das mittelständische Unternehmen (46 Mitarbeiter) ist auf die Herstellung von Maschinen für die Holzindustrie fokussiert. Das in dritter Generation geführte Unternehmen kommt aus der Getreidetechnik – kein Wunder also, dass es sich bei der prämierten Entwicklung um eine Mühle handelt. Das Mahlen von Holz ist normalerweise ein sehr energieintensives Geschäft, da der nasse Rohstoff die Förderwege verklebt und entsprechend aufwendig Feuchtigkeit abgeführt werden muss. Die Reibplattenmühle von Rematec spart hier bis zu einem Drittel an Energie: Auf Siebe wird komplett verzichtet, stattdessen wird die gesamte Mahlkammer für den Mahlvorgang genutzt; die Mahlung erfolgt durch den Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem von den Reibplatten gebremsten Material und den Hämmern am Rotor. Das Produkt ist hervorragend und der Energieaufwand deutlich verringert. Zudem werden Wartung, Verschleiß und Reinigungsbedarf vereinfacht bzw. reduziert. Auch Anschaffungs- und Betriebskosten sind deutlich niedriger als bei herkömmlichen Mühlen.

Für Geschäftsführer Robert Steiger ist die Entwicklung neuer Produkte, auch auf individuelle Kundenanfragen, gerade für kleinere Unternehmen mit hoher Flexibilität leicht möglich – und sie bietet Chancen auf dem Markt: »Durch Innovationen können wir uns abgrenzen«, so Steiger.

Weitere Nominierungen

Die insgesamt 190 nominierten Innovationen sind in einer Broschüre des Wirtschaftsministeriums dargestellt.

  • Auch auf hoher See kommen Innovationen aus bayerischen Ideenküchen mittlerweile zum Einsatz: Die Fairfix GmbH aus Pleiskirchen wurde für ein System nominiert, das die Verstauung von Gütern in Seefrachtcontainern revolutioniert. Gegenüber den bisher üblichen Konstruktionen stellt das System eine einfache, sichere, flexible und effiziente Alternative dar.
  • Hohe Flexibilität, geringer Platzbedarf und niedrige Kosten sind Merkmale der ROBOT-Drive Abbundmaschine der Hundegger AG. Die Maschine vereinfacht den Holzzuschnitt deutlich. Dafür wurde die Firma aus Hawangen nominiert. Übrigens: Hundegger hatte schon 1984 die erste computergesteuerte Abbundmaschine überhaupt entwickelt – eine Firma also, für die Innovation schon Tradition hat.
  • Für das Doktor-cycle, ein besonders spannendes Holzverbund-Projekt, hat die Schreinerei Doktor aus Gauting auf der IHM 2015 schon den »Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk« erhalten. Das patentierte Verfahren ermöglicht es, hochwertige Fahrradrahmen unter Einsatz von Holzfurnieren herzustellen – und dabei den Kohlefaseranteil um etwa die Hälfte zu reduzieren.
  • Die Schreinerei Karl Fischer aus Schmiedach wurde für ein weiteres Verbundelement, hier aus Holz und Acrylstein, nominiert. Die innovative Verbindung ermöglicht die Herstellung von Brillenbügeln, die nicht nur besonders stabil, sondern auch gesundheitlich unbedenklich sind.
  • Ebenfalls für ein Verbundelement, aus Holz und Glas, wurde die auf Dicht- und Klebstoffe spezialisierte Hermann Otto GmbH aus Fridolfing nominiert. Mittels eines speziellen Silikons werden Glasfassaden ermöglicht, die keine Metallprofile benötigen – und damit die Fensterfläche maximieren.
  • Eine besondere Ästhetik in der Raumgestaltung garantieren auch die Leuchtenschirme von raum12 aus Augsburg. Die Schönheit der Holzmaserung kommt durch die Ausleuchtung des sehr dünn gearbeiteten Materials hervorragend zur Geltung und verwandelt LED-Licht in angenehm entspannendes Leuchten.
Stausysteme aus Holz können Containerladungen auf hoher See künftig komfortabler und sicherer fixieren – dank einer Innovation aus Bayern (links). Für die behagliche Raumgestaltung an Land eignen sich Leuchtenschirme aus hauchdünn gearbeitetem, schön gemasertem Holz, die in Augsburg hergestellt werden. Bilder: Fairfix GmbH/raum12

Innovationen sind überlebensnotwendig

Der Preis und die Nominierungen zeigen einige innovative Leistungen von Mittelstandsunternehmen aus dem Cluster Forst und Holz. Wie die Clusterstudie 2015 zeigt, ist dies in der Branche aber noch nicht der Regelfall: Die Innovationsintensität ist, im Vergleich zum verarbeitenden Gewerbe aus anderen Bereichen, gering. Gerade KMUs können sich aber durch die Etablierung von Innovationsstrukturen besser am Markt platzieren. Das beweisen die für den Innovationspreis nominierten Unternehmen, aber auch viele andere – zuletzt etwa die Schreinerei Eichinger, die mit dem Bayerischen Exportpreis ausgezeichnet wurde.

Für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Bayerischen Forst- und Holzwirtschaft auf regionaler, überregionaler und internationaler Ebene ist die Etablierung einer Innovationskultur unbedingt notwendig. Die Clusterinitiative hat sich dieses Ziel in den nächsten Jahren besonders auf die Fahnen geschrieben: Gemeinsam mit dem Holzforum Allgäu, dem Verein proHolz Tirol und der Universität Innsbruck wurde das Projekt Inno4Wood auf den Weg gebracht, das den Transfer von Wissen, Forschung und Entwicklung innerhalb der Wertschöpfungskette fördern wird. Das Projekt ergänzt bisherige Innovationsleistungen der Cluster-Initiative wie bspw. proHolz Bayern, den Laubholz-Innovationsverbund und den Forschungskompass aus dem Zukunftsnetzwerk Holzbau perfekt und soll zum Aufbau eines eigenen Geschäftsfeldes Innovationsmanagement genutzt werden. Innovationen aus der Branche selbst, aus Forschungseinrichtungen und aus anderen Branchen werden regelmäßiger, effizienter und koordinierter als bisher bei den Betrieben ankommen – damit Holz eine Zukunft hat!

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