Gesucht und gefunden: Ideen für eine biobasierte Zukunft

Staatssekretär Pschierer zeichnet Gewinner des Wettbewerbs „PlanB – Biomasse.Business.Bayern“ aus

Straubing, 30.01.2017 Eine gute Geschäftsidee für eine Zukunft ohne Erdöl und eine Portion Motivation, diese in einen Geschäftsplan zu gießen – das sind die Hauptzutaten für Erfolg beim Businessplanwettbewerb „PlanB – Biomasse.Business.Bayern“. Der von der BioCampus Straubing GmbH zum zweiten Mal ausgerichtete Wettbewerb suchte nach den besten Geschäftsideen für eine biobasierte Zukunft. Die drei Gründer, die die PlanB-Jury mit ihrem Businessplan von ihrem grünen Erfolgsrezept überzeugen konnten, wurden am Montagabend im Rahmen eines großen Prämierungsevents vor 200 geladenen Gästen in der Sennebogen Akademie im Hafen Straubing-Sand ausgezeichnet.

Die Gewinner beim Businessplanwettbewerb Plan B mit Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (links) und Staatssekretär Franz Josef Pschierer (vordere Reihe, 3. v. l.)

Bei PlanB dreht sich alles um Ideen, die auf nachwachsende Rohstoffe als die Rohstoffe der Zukunft setzen. „Von der energetischen Bioabfallverwertung über Designartikel aus Holz und innovative Einsatzmöglichkeiten für Fasern bis hin zur kompostierbaren Plastikflasche auf Zuckerbasis – mit PlanB möchten wir Gründern aus der Bioökonomie die Chance geben, ihre Geschäftsideen zu entwickeln, Branchenkontakte zu knüpfen und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren“, so Andreas Löffert, Geschäftsführer der BioCampus Straubing GmbH zur Eröffnung des Prämierungsevents.

Unterstützung durch Politik und Praxis

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär und PlanB-Schirmherr Franz Josef Pschierer betonte die Bedeutung von Unternehmensgründern für Bayern: „Straubing ist international anerkannter Top-Standort beim Thema ‚Nachwachsende Rohstoffe‘. Mit dem Businnessplanwettbewerb PlanB bieten wir auch dem unternehmerischen Nachwuchs ein hervorragendes Sprungbrett für neue Geschäftsideen und Ausgründungen vor Ort. Die eingereichten Businnespläne zeugen vom enormen innovativen Potenzial nachwachsender Rohstoffe. Ich gratuliere den Gewinnern und wünsche allen Teilnehmern eine erfolgreiche Zukunft.“

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr zog Parallelen zwischen den Teilnehmern und der Region Straubing: „Wie wir in der Region der nachwachsenden Rohstoffe, setzen Sie ganz auf das Innovationspotential der Natur. Ich wünsche Ihnen für heute Abend, aber vor allem für den Aufbau Ihrer Unternehmen alles Gute. Wenn Sie einen perfekten Standort zum Wachsen suchen – sprechen Sie mit uns!“

Inspiration bekamen die PlanB-Finalisten, die noch am Anfang ihrer Unternehmerkarriere stehen, von Zweien, die es bereits geschafft haben. Im Tandem-Interview berichteten Starkoch Ralf Jakumeit, der sich mit seinem Kochkonzept „Rocking Chefs“ selbstständig gemacht hat, und Daniel Birkhofer, der mit seinem „Tütle“ mittlerweile in ganz Deutschland erfolgreich eine nachhaltige und kreative Alternative zu Plastiktüten anbietet, von ihren Anfängen als Unternehmensgründer.

Die Finalisten

Für die drei Finalisten des Businessplanwettbewerbs, Heimo Adamski von „4Gene“, Dr. Thomas Decker von der „GreenSurvey GmbH“ und Dr. Friedrich Streffer von der „LXP Group GmbH“, galt es, Jury und Publikum in drei Minuten von ihrer Idee zu überzeugen.

  • Das 4Gene-Team von der TU München präsentierte sein Biotech-Verfahren, mit dem natürliche Duft- und Farbstoffe zu Frühwarnsystemen für Verunreinigungen in biobasierten Flüssigkeiten wie Ölen und Schmierstoffen umgebaut werden. Das Ziel: Ausschuss minimieren und Produktionsprozesse verbessern.
  • Thomas Decker und sein Straubinger Team bieten mit den Services von GreenSurvey gezielte Marktforschung für die grüne Branche. Mit ihren Tools ermöglichen sie Firmen von der Landwirtschaft bis zur Biotechnologie tiefen Einblick in das, was der Markt nachfragt.
  • Als letztes stellte Dr. Friedrich Streffer seine LXP Group vor. Kern der GmbH ist ein neuartiges, mildes Aufschlussverfahren für nicht als Lebensmittel geeignete Biomasse wie zum Beispiel Stroh. Durch das Verfahren werden wertvolle Pflanzenbestandteile wie Zucker und Lignin voneinander getrennt und können in innovativen Produkten wie biobasierter 3D-Drucktinte oder Bioplastikflaschen eingesetzt werden.
Beim ersten Platz waren sich Jury und Publikum einig: Green Survey konnte sich beide sichern. Der zweite Platz ging an die LXP Group, dritter wurde das 4Gene-Team der TU München.

Publikums- und Jurypreis geht an Green Survey

Vor der Bekanntgabe des Juryergebnisses durfte das Publikum per Applaus seinen Liebling wählen. Landrat Josef Laumer überreichte GreenSurvey den Publikumspreis und freute sich über die anschauliche Präsentation des Teams. Jurysprecherin Dr. Mirja Wehner, Innovationsmanagerin bei den Bayerischen Chemieverbänden, verkündete im Anschluss zusammen mit Schirmherr Pschierer und den PlanB-Sponsoren die Rangfolge der drei Finalisten. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und die drei Gewinner seien auch Stellvertreter für viele andere tolle Geschäftsideen, die es nicht ins Finale geschafft hatten – beispielsweise eine neuartige Methode zur Beschichtung von Holz und anderen Werkstoffen, Beschäftigungsmaterial für Hühner aus Dinkelspelzen oder in einem Stück aus Haselnusssträuchern gewachsene Designermöbel, so Wehner.

Über den mit 2.000 € dotierten dritten Platz darf sich das Team von 4Gene freuen. Platz zwei und 3.000 € sicherte sich Dr. Streffer mit seiner LXP Group. Der Gewinner von PlanB 2017 heißt GreenSurvey GmbH. Zusätzlich zum Preisgeld in Höhe von 5.000 € erhalten Herr Decker und sein Team für ein Jahr Mietfreiheit in einer Startereinheit des BioCubators im Hafen Straubing-Sand. Alle drei bekommen außerdem ein Jahr Businesscoaching bei der Hans-Lindner-Stiftung und, wie alle anderen PlanB-Teilnehmer auch, Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihres Unternehmens.

Kelheim Fibres GmbH prämiert innovativen Einsatz von Cellulosefasern

Neu bei der zweiten Auflage von PlanB war dieses Jahr der angedockte Ideenwettbewerb „100 % Cellulosefasern neu gedacht“. Dort suchte die Kelheim Fibres GmbH gemeinsam mit dem BioCampus nach Menschen mit kreativen Ideen für ungewöhnliche Einsatzmöglichkeiten von Cellulosefasern, also holzbasierten Fasern, die zu Viskose versponnen beispielsweise als Tampons auf dem Markt sind. Walter Roggenstein, Forschungsleiter bei der Kelheim Fibres GmbH, stellte zusammen mit PlanB-Projektleiterin Claudia Kirchmair die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs vor. „Uns hat das Konzept von PlanB sehr gefallen und wir freuen uns, dass auch wir als Traditionsunternehmen über PlanB in Kontakt mit innovativen Köpfen aus Bayern in Kontakt kommen durften“, so Roggenstein. Den mit 2.500 € dotierten Sieg im Ideenwettbewerb sicherte sich Dr. Jürgen Pettrak mit seiner Idee, hormonell wirksame Stoffe, die durch Medikamente ins Abwasser geraten, durch neuartige Faserfilter abzuscheiden. Der zweite Platz und 1.000 € ging an Dr. Albert Solleder mit seiner Idee, den Markt für medizinische Wundauflagen für Cellulosefasern zu erschließen. Platz Drei und 500 € sicherte sich Sebastian Kehrer, der Cellulosefasern als Alternative zu Obst- und Gemüsenetzen aus Plastik einsetzen möchte.

Die Gewinner des Ideenwettbewerbs (v. l.): Familie Deinböck, Dr. Jörg Dörrstein, Dr. Albert Solleder, Cristian Pop, Sebastian Kehrer. Alle Bilder: Barbara Rötzer

Weitere Informationen

Drucken E-Mail

Aktuelle Berichte

  • Buche als Bauholz – Bayerischer Rundfunk berichtet in „Unser Land“ und im „Notizbuch“

    Buche als Bauholz – Bayerischer Rundfunk berichtet in „Unser Land“ und im „Notizbuch“ Um die Wälder „fit“ für den Klimawandel zu machen, setzt man in Bayern verstärkt auf Laubhölzer, insbesondere Buche. Zeitgleich stellt sich die Frage, wie das zukünftig verstärkt anfallende Holz bestmöglich verwendet werden kann. Eine vielversprechende Möglichkeit ist die Verarbeitung zu Bauprodukten für den konstruktiven Bereich – Buche, Esche und Co. punkten hier mit hervorragenden Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften. Herstellung, Verarbeitung und Anwendung der Produkte erfordern jedoch ein „Umlernen“ und eine Anpassung der aus dem Nadelholzbereich bekannten Prozesse. Weiterlesen
  • Holz fasziniert tausende Besucher bei den Bad Kötztinger Holztagen

    Holz fasziniert tausende Besucher bei den Bad Kötztinger Holztagen (Netzwerk Forst und Holz) - Zwei Tage stand Bad Kötzting im Zeichen des Holzes. 44 Firmen der regionalen Holzbranche präsentierten am 07. und 08. Oktober mit viel Liebe zum Detail, was aus Holz alles gemacht werden kann. Die Veranstaltungspartner (Netzwerk Forst und Holz, Regionalmanagement im Landkreis Cham, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Cham) zogen trotz des durchwachsenen Wetters ein überaus positives Resümee. Vor allem deshalb, weil die Aussteller mit dem Interesse der Besucher sehr zufrieden waren und sofern möglich auch gute Umsätze erzielt haben. Weiterlesen
  • Intensiver Austausch über wohngesunde Möbel und Holzbaustoffe

    Intensiver Austausch über wohngesunde Möbel und Holzbaustoffe Am 20. Juli 2017 fand im Steigerwald-Zentrum in Oberschwarzach eine Fachtagung zum Thema ‚Möbel und Holzbau[stoffe] – klimafreundlich + wohngesund!‘ statt. Die Tagung, die sowohl für Fachleute wie Endverbraucher gleichermaßen Interessantes zu bieten hatte, wurde in Kooperation von dem Netzwerk Forst und Holz Unterfranken e.V. und der BAUnatour (eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft) ausgerichtet. Weiterlesen
  • Cross-Cluster-Projekt HoKuRo erfolgreich abgeschlossen

    Cross-Cluster-Projekt HoKuRo erfolgreich abgeschlossen Das Cluster Forst und Holz und das Cluster Neue Werkstoffe in Bayern haben das gemeinsame Projekt HoKuRo - Holz und Kunststoff als Rohstoffbasis biobasierter Verbundwerkstoffe durchgeführt und die Potenziale für das nachhaltige Wirtschaften mit biobasierten Produkten im Rahmen der Initiative Bioökonomie analysiert. Die formulierten Ziele und die daraus entstandene Roadmap wurden dem Projektförderer - dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, vertreten durch die Ministerin Aigner und Herrn Staatssekretär Pschierer - final am 11.09.2017 bei der Einweihung des neuen Standorts von Bayern Innovativ in Nürnberg persönlich vorgestellt. Weiterlesen
  • "Würzburger Erklärung": Fachverband Holzenergie stellt Strategiepapier vor

    Würzburg, 28.09.2017: Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und Chance für den ländlichen Raum: Dringender denn je muss die Notwendigkeit nachhaltiger Waldbewirtschaftung den politischen Entscheidern kommuniziert werden. Artur Auernhammer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für BioEnergie (BBE) und im September in den 19. Deutschen Bundestag gewählt, versprach auf dem 17. Fachkongress Holzenergie in Würzburg, sich dafür einzusetzen. Die im Rahmen der Tagung verabschiedete "Würzburger Erklärung" ist sich mit der Clusterstudie (2015) und der "Charta für Holz" (2017) einig: Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist unverzichtbar - überstürzte Eingriffe dagegen schaden Mensch und Natur. Weiterlesen
  • 1
  • 2

Wir koordinieren

Logo proHolz Bayern

 

Logo meinWald

 

Partnernetzwerke

Logo Regionalinitiativen in Bayern

Wir sind Mitglied bei

Logo Cluster Offensive Bayern

 

Logo go-cluster

 

Logo Cluster Management Excellence

Logo Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan