Cross Cluster-Projekt zu Holz-Kunststoff-Roadmap gestartet

Die Clusterinitiative und das Cluster Neue Werkstoffe bei Bayern innovativ kooperieren im Cross Cluster Projekt, um biobasierte Werkstoffe weiter voranzubringen. Oberes Bild © fotoknips - Fotolia.com

Die Clusterinitiative Forst und Holz Bayern führt zusammen mit dem Cluster Neue Werkstoffe ein gemeinsames clusterübergreifendes Projekt „HoKuRo“ durch. HoKuRo steht für Roadmapping-Prozess und Matching-Plattform zur Initiierung von Technologiekooperationen für biobasierte Werkstoffe aus Holz und Kunststoff.

Hintergrund

Holz als „traditioneller“ Werkstoff ist einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe in Bayern. Dieser Rohstoff bietet sich für die Herstellung von biobasierten bzw. nachhaltigen Werkstoffen besonders an, da er als nachwachsender Rohstoff gut verfügbar ist. So lassen sich durch neue Technologien die verschiedenen Bestandteile wie Cellulose und Lignin sowie Inhaltsstoffe, z.B. Tannine oder Harze, für die stoffliche Nutzung gewinnen und für neue Werkstoffe (Biokomposit, WPC, Schäume, Textilfaser etc.), Anwendungen und Technologien (Additive Fertigung, Fügetechnologien, Leichtbau, Engineered Wood Products, etc.) nutzbar machen. Um zukunftsorientiert, nachhaltig und dabei auch wirtschaftlich handeln zu können und bei neuen Materialanwendungen im Rahmen der Bioökonomieinitiative noch schneller voranzukommen, ist die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus der Holzbranche und anderen Werkstoffbereichen, vor allem aus der Kunststoff- und Verbundwerkstoffindustrie, ein wichtiger Baustein. Mit einem systematischen Ansatz werden in diesem Cross Cluster Projekt geeignete Kooperationspartner ausgewählt und gezielt zusammengeführt.

Ziele

  • Vernetzung von Unternehmen aus der holzverarbeitenden Branche und der Kunststoff-/ Verbundwerkstoff-Industrie sowie Erweiterung des Netzwerks mit Technologieanbietern/ -entwicklern aus Industrie und Wissenschaft
  • Erstellung einer Technologie-Roadmap, um die Potenziale für die werkstoffliche Nutzung des Rohstoffs Holz im Verbund mit Kunststoff, für innovative Materialentwicklungen und zukünftige Marktchancen und durch Zugang zu Technologie- und Marktwissen zu verbessern
  • Organisation einer B2B Partnering-Veranstaltung, um die Initiierung von bilateralen Kooperationen und Verbundvorhaben zur Anbahnung strategischer Entwicklungskooperationen zu starten

Die Technologie-Roadmap ermöglicht es Entscheidern, Entwicklungspfade von (Zukunfts-) Technologien zu prognostizieren und zu planen. Als visuelles Kommunikationsmedium stellt eine Roadmap die Entwicklung einer Entität über die Zeit dar und verknüpft die zur Erschließung benötigten Ressourcen und avisierten Märkte. Sie dient aber auch der Koordination von F&E-Aktivitäten und kann zu wettbewerbs-strategischer Neuausrichtung führen.

Vorgehen

Durch die gezielte Durchführung von Experten-Workshops und Expertenbefragungen werden:

  • Daten für eine Basis-Roadmap für den Zeitraum von 2017–2032 (15 Jahre) erhoben
  • relevante Technologien und Rohstoffpotenziale gesammelt
  • daraus Anwendungspotenziale und potenzielle Zielbranchen abgeleitet
  • Technologien bewertet und eingeordnet
  • Anwendungen und Zielmärkte ermittelt und hinsichtlich Verfügbarkeitszeitpunkt (Zeitpunkt der Gebrauchsfähigkeit), technologischer Abhängigkeit und Zusammenhängen analysiert
  • eine Gesamtbewertung und Einschätzung der Technologien, Anwendungen und Zielmärkte unter Prüfung auf Vollständigkeit und Konsistenz vorgenommen.

Weitere Informationen

Förderung: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Laufzeit: Sept. 2016–August 2017

Ansprechpartner: Dr. Jürgen Bauer

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