Gleichberechtigung für Holzbau im Brandschutz

Realistische und wissenschaftlich fundierte Brandschutzbeurteilung für die Anpassung der baurechtlichen Rahmenbedingungen

Berlin (FNR): Mit den brandschutztechnischen Grundlagen im Holzbau beschäftigt sich das am 1. August startende Verbundprojekt „TIMpuls“, das von der TU München koordiniert und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. Wissenschaftlich fundierte Kenntnisse sollen helfen, die Restriktionen in den baurechtlichen Regelungen für den mehrgeschossigen Holzbau zu überwinden. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Charta für Holz 2.0“ überreichte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt den Förderbescheid für das Vorhaben.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (links) übergibt den Zuwendungsbescheid im Rahmen der Vorstellung der Charta für Holz 2.0 an Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter (Mitte). Foto: Gaertner/Photothek/BMEL

Die Praxis zeigt: Brandschutz im Holzbau genügt höchsten Anforderungen

In den letzten 20 Jahren wurde in Deutschland und Europa intensiv an der Weiterentwicklung der Holzbauweisen gearbeitet. Es liegen bereits jetzt vielfältige Forschungserkenntnisse vor, die brandsichere Holzbaukonstruktionen ermöglichen. Bislang werden diese Erkenntnisse in bauordnungsrechtlichen Regelungen jedoch nicht adäquat berücksichtigt. Die bereits heute realisierten Objekte, die trotz der bauaufsichtlichen Einschränkungen und einer Fülle von Abweichungen durch besondere Anstrengungen der Planer und Bauherren umgesetzt werden, zeigen aber, dass der Brandschutz auch im Holzbau höchsten Ansprüchen genügt.

Verbundprojekt zielt auf gleichberechtigte Behandlung ab

Im Rahmen des Aufrufes „Verbesserung des Brandschutzes beim Bauen mit Holz, Holzwerkstoffen und anderen nachwachsenden Rohstoffen“ können nun die Projektpartner im Forschungsvorhaben TIMpuls, der Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TU München, das Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der TU Braunschweig, der Lehrbereich Brandschutz und Baukonstruktion der Hochschule Magdeburg-Stendal und sowie das Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge mit weiteren Partnern die brandschutztechnischen Grundlagen im Holzbau analysieren. Damit wollen sie die Basis dafür schaffen, dass der Holzbau – insbesondere auch im mehrgeschossigen Bau – gleichberechtigt behandelt wird.

Die Forscher möchten die noch vorhandenen Wissenslücken schließen und damit der Öffentlichkeit, der Baupraxis und den bauaufsichtlichen Gremien eine geschlossene Lösung für die brandschutztechnische Bewertung von Holzbauten bis zur Hochhausgrenze zur Verfügung stellen. Das Forschungsvorhaben TIMpuls soll zeigen, dass bei geeigneter Ausführung und Dimensionierung brandschutztechnisch gleichwertige Lösungen im Vergleich zu den heute üblichen Konstruktionen aus Mauerwerk und Stahlbeton oder Stahlleichtbau erreicht werden können.

Sicherheit und Planbarkeit im Holzbau

Die Ergebnisse des Vorhabens sollen bereits begleitend mit den zuständigen bauaufsichtlichen Gremien und Vertretern der Feuerwehren diskutiert werden, um eine nachfolgende Integration in die bauaufsichtlichen Vorschriften bestmöglich vorzubereiten. Die Aufnahme der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Normen und Leitlinien erhöht bei Planern und Bauherren das Vertrauen in Bezug auf die brandschutztechnische Sicherheit von Holzbaukonstruktionen und Holzbauteilen. Daraus abgeleitete Planungsregeln, zusammengefasst in einem Konstruktions- und Detailkatalog und integriert in Datenbanksysteme (dataholz.com und dataholz.de), geben allen am Bau Beteiligten Planungs- und Ausführungssicherheit, wodurch Planungszeit reduziert und Kosten minimiert werden können.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Eine Kofinanzierung der Holzwirtschaft erfolgt koordiniert über den Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks.


 Mitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)

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