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Waldbesitzerinnen und Walderben – aktive Veranstaltungsformate mit der Initiative „mein Wald“

Initiierung und Begleitung von zwei Veranstaltungen zur Aktivierung von Waldbesitzern durch die Initiative „mein Wald“ des Clusters Forst und Holz Bayern

Bayerns privater Waldbesitz ändert sich. Aktuelle Prognosen der TU München zeigen, dass in den kommenden 15 Jahren rund ein Drittel der Privatwälder neue Eigentümer erhalten werden. Viele neue Waldbesitzer hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Berührungspunkte mit der Forstwirtschaft, Ansprechpartner sind meist unbekannt. In den kommenden Jahren gilt es deshalb, Konzepte zu entwickeln, um die neuen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer an forstlich ausgebildete Ansprechpartner zu vermitteln und sie zur aktiven Bewirtschaftung ihres Waldes zu befähigen. Die Initiative „mein Wald“ des Clusters Forst und Holz Bayern hat sich in den vergangenen Wochen wesentlich an zwei Veranstaltungen beteiligt, in denen neue Ansätze zur Ansprache von Waldbesitzern realisiert wurden.

Interessierte Teilnehmerinnen auf dem Waldbesitzerinnen-Tag im Landkreis Regen (Foto: Tendler)

Am 15. Oktober 2016 standen die Waldbesitzerinnen des Landkreises Regen im Mittelpunkt. Der spezielle Waldtag für Frauen wurde durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), die örtlichen Waldbesitzervereinigungen (WBVs) mit der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern, die Landwirtschaftliche Sozialversicherung und die Initiative „mein Wald“ organisiert. Bayernweit sind inzwischen 40% des Privatwaldes in weiblicher Hand. Die Eigentümerinnen haben oft eine andere Herangehensweise an den Wald als ihre männlichen Kollegen und informieren sich über andere Quellen, teilweise bestehen Einstiegshemmnisse in der stark männerorientierten Forstbranche.

Auf ein persönliches Anschreiben meldeten sich 100 von 1.300 eingeladenen Frauen, 50 davon kamen zur Veranstaltung. In ihrem Grußwort erklärte die amtierende Waldkönigin Anna Maria Oswald das Ziel des Tages: „Wichtig ist, dass wir als Frau nicht alles glauben müssen, was man uns sagt, sondern wir uns zumindest so auskennen, dass wir erkennen können, wem wir vertrauen sollen“. Der Vormittag des Waldtages wurde durch Vorträge gestaltet, am Nachmittag ging es in den Wald. Der Waldbesitzerinnen-Tag in Regen ist dieses Jahr bereits die zweite Veranstaltung dieser Art, die mit der Unterstützung von „mein Wald“ erfolgreich realisiert werden konnte.

Am 5. November 2016 thematisierte die Waldbesitzervereinigung Dinkelsbühl das Erben und Vererben von Wald. Auf der Nachmittagsveranstaltung informierten das örtliche AELF Ansbach, die Landwirtschaftliche Sozialversicherung, der Bayerischen Bauernverband sowie die WBV Dinkelsbühl zu wichtigen Themen rund um die Waldbesitznachfolge; rechtliche und steuerliche Aspekte, Arbeitssicherheit sowie Angebote der WBV standen dabei im Mittelpunkt. „Unser Ziel ist es, den neuen Waldbesitzern alle wichtigen Partner vorzustellen und die langjährigen Waldbesitzer dazu zu motivieren, sich frühzeitig mit Regelung der Waldnachfolge auseinanderzusetzen“, so Philipp Falk von der WBV Dinkelsbühl. Bei rechtzeitiger Regelung der Besitznachfolge können den Nachfolgern wertvolle Routinen, Vorgehensweisen und Ansprechpartner vermittelt werden, Familien-Fortwirtschaft lautet das Stichwort. Außerdem werden Erbengemeinschaften vermieden und damit garantiert ein zentraler Verantwortlicher stets die Handlungsfähigkeit im Wald. Der Andrang von knapp 100 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, teilweise in Begleitung ihrer Nachfolger, verdeutlicht, dass ein großer Informationsbedarf besteht.

Walderben und ihre Ansprechpartner (Whiteboard-Animation von „mein-Wald“)

Der Verlauf der beiden Veranstaltungen zeigt, dass die Schlüsselfaktoren in der Ansprache von Waldbesitzern in deren Bedürfnissen und Interessen liegen. Erfolgsparameter liegen in der Gestaltung der Einladung, dem Veranstaltungstermin und -ort, der Themenwahl und der Attraktivität von Anschlussangeboten. Gleichzeitig gilt es für weitere Zielgruppen, etwa für jüngere Waldbesitzer und Waldbesitzer im städtischen Umfeld, weitere Veranstaltungs- bzw. Aktivierungskonzepte zu entwickeln.

Detailliertes Hintergrundmaterial zu den Veranstaltungen für Waldbesitzerinnen und Walderben können bei der Initiative „mein Wald“ am Cluster Forst und Holz Bayern angefragt werden.

Dr. Eva Tendler, Cluster Forst und Holz Bayern – „mein Wald“

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