Innovative Allianz für das Laubholz

 Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern startet Laubholz-Innovationsverbund mit zehn Unternehmen und drei Forschungseinrichtungen

Freising, Mai 2014. Innovationen rund um das Laubholz – dieses Motto haben sich zehn Holzbetriebe und drei Forschungseinrichtungen auf die Fahnen geschrieben. Der durch die Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gegründete Laubholz-Innovationsverbund kam Anfang Mai erstmalig am Zentrum Wald-Forst-Holz in Freising zusammen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Ziel des deutschlandweiten Unternehmens- und Forschungsnetzwerks, welches durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert wird, ist die Entwicklung innovativer und marktreifer Produkte.

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Die Problematik ist seit Jahren hinreichend bekannt: In unseren Wäldern stehen große Mengen an Laubholz, die oft nur energetisch genutzt werden, da für die stoffliche Verwertung kaum Nachfrage besteht. Dies gilt sowohl für Industrieholz als auch für Sortimente besserer Qualität, die z. B. durchaus im Bausektor Verwendung finden könnten. Dazu kommt der Klimawandel, der einen Umbau des Waldes vom Nadel- zum Laubholz erfordert. In diesem Zusammenhang ist der neue Laubholz-Innovationsverbund, dessen Mitglieder sich erstmalig am 8. Mai trafen, ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung, um die Holzbranche für die Zukunft zu wappnen.

Ins Leben gerufen wurde der deutschlandweite Verbund durch die Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern sowie deren regionales Netzwerk Forst und Holz in Unterfranken. Gefördert wird das Vorhaben durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das sich aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin speist. „Hauptziel des Innovationsverbunds ist die Entwicklung neuer Anwendungen aus Laubholz sowie deren erfolgreiche Markteinführung“, so Projektleiter Dipl.-Holzwirt Markus Blenk von der bayerischen Cluster-Initiative mit Sitz in Freising. „Insgesamt soll die Wertschöpfung der einheimischen Laubholzverarbeiter erhöht und gleichzeitig der Abfluss von Rund- und Schnittholz in die asiatischen Märkte gebremst werden.“

Wirtschaft und Wissenschaft an einem Tisch

Bislang haben sich zehn Unternehmen – überwiegend KMU - sowie drei Forschungseinrichtungen dem Verbund angeschlossen. Im Team wollen sie Innovationen entwickeln, die die meisten Betriebe aus Kosten- und Zeitgründen alleine nicht stemmen können. Die lebhaften Gespräche während der Startveranstaltung zeigten jedenfalls, wie groß das Interesse an neuen Lösungen vor allem im Bausektor ist.

Anfang Mai startete der Laubholz-Innovationsverbund mit einer Auftaktveranstaltung, die den teilnehmenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen Gelegenheit zu einem ersten Austausch bot. (Foto: E. Kaube)
Anfang Mai startete der Laubholz-Innovationsverbund mit einer Auftaktveranstaltung, die den teilnehmenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen Gelegenheit zu einem ersten Austausch bot. (Foto: E. Kaube)

Aus dem Bereich des Holzbaus mit von der Partie sind Unternehmen wie Bau-Fritz, Haas Fertigbau und Merk Timber. Aus dem Bereich der Holzbearbeitung finden sich Laubholzsäger und -Plattenhersteller wie Karl Nied, Holzwerk Obermeier, Ohnemus und Holzwerke Vorndran, dazu kommt der Furnierhersteller Mehling & Wiesmann. Seitens der Zulieferer finden sich derzeit Hundegger Maschinenbau sowie Jowat Klebstoffe. Wissenschaftlich unterstützt wird der Laubholzverbund gleich durch drei Forschungseinrichtungen: Die Holzforschung München, die Universität Göttingen sowie die Berner Fachhochschule. „Und gerade diese Kombination aus Wirtschaft und Wissenschaft mache die Schlagkraft des neuen Laubholznetzwerks aus“, so Blenk.

Für neue Mitglieder bzw. Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft ist der Innovationsverbund grundsätzlich offen, sofern die neuen Aktivitäten der bisherigen Partner ergänzt und unterstützt werden. Ansprechpartner hierzu ist der Leiter des Laubholz-Innovationsverbunds, Dipl.-Holzwirt Stephan Klein, der im Auftrag der bayerischen Cluster-Initiative die Organisation und Kommunikation des Netzwerks übernommen hat.

Innovationen auf vielen Feldern denkbar

Die Rückmeldungen der beteiligten Betriebe verriet vor allem zweierlei: Zum einen das deutliche Interesse der beteiligten Unternehmen an neuen Produkt- und Verfahrenslösungen rund um das Laubholz, zum anderen das bei weitem nicht ausgeschöpfte Potenzial auf diesem Gebiet. Vor allem im Bereich des Holzbaus scheint das Ende der innovativen Fahnenstange noch lange nicht erreicht zu sein; als Beispiel sei nur die Kombination von Nadelholz mit hochfesten Laubhölzern genannt.

Die möglichen Innovationsfelder im Bereich der Laubholzverwendung führte Prof. Dr. Klaus Richter, Leiter der Holzforschung München, systematisch in einem Impulsvortrag auf. Als lohnenswerte Forschungsfelder nannte er unter anderem die Holzversorgung, neue Baukonstruktionen sowie die Holzbearbeitung und innovative Prozesstechniken, aber auch die F+E-Bereiche „Verbindungstechnologie“ und „Holzmodifikation“.

Für das weitere Vorgehen des Laubholz-Innovationsverbunds ist ein vertiefendes Treffen beim Furnierhersteller Mehling & Wiesmann sowie die Bildung von kleineren Gruppen, in denen definierte F+E-Projekte vorangetrieben werden, geplant.


Ansprechpartner:

Stefan Torno

Netzwerkleiter „Laubholz-Innovationsverbund“
Holzforschung München
Winzererstraße 45
80797 München

Telefon: 089/2180-6466

 

 

 

 

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