Hackschnitzel in der Landfrauenküche – Bayerische Waldprinzessin glänzt mit Lowcarb Menü

Sie fährt Hackschnitzel mit dem Vierzigtonner, fällt Bäume im Familienbetrieb und glänzt mit einem Low-Carb-Menü aus regionalen Zutaten: Manja Rohm aus Hofstetten, amtierende bayerische Waldprinzessin, zeigte in der 'Landfrauenküche' des BR, was man mit Begeisterung, Selbstbewusstsein und vereinten Kräften aus der reichen und vielfältigen Natur des ländlichen Raums alles zaubern kann.

Sie fährt Hackschnitzel mit dem Vierzigtonner, fällt Bäume im Familienbetrieb und glänzt mit einem Low-Carb-Menü aus regionalen Zutaten: Manja Rohm aus Hofstetten, amtierende bayerische Waldprinzessin, zeigte in der 'Landfrauenküche' des BR, was man mit Begeisterung, Selbstbewusstsein und vereinten Kräften aus der reichen und vielfältigen Natur des ländlichen Raums alles zaubern kann.

Manja Rohm bei der Brennholzproduktion im Betrieb und im Ornat der bayerischen Waldprinzessin, gemeinsam mit der bayerischen Waldkönigin Anna Maria Oswald. Bilder: BR-Landfrauenküche (Filmausschnitt), linkes Bild / Bayerischer Waldbesitzerverband

Sieben Landfrauen lässt der Bayerische Rundfunk alljährlich miteinander im freundschaftlichen Wettkampf in der "Landfrauenküche" antreten – eine Vertreterin aus jedem der bayerischen Regierungsbezirke. Jede ist einmal Gastgeberin für die sechs anderen und bekocht sie mit regionalen Spezialitäten; die Gäste vergeben Punkte, die am Ende über die Gesamtsiegerin entscheiden. Die 26-Jährige aus dem mittelfränkischen Landkreis Roth war dieses Jahr als erste an der Reihe.

Manja Rohm ist gelernte Landwirtin und seit fünf Jahren "beim Papa" Dieter Rohm auf dem Biomassehof tätig. Zu ihrer täglichen Arbeit zählt der Umgang mit schweren Maschinen, Motorsäge und Häckslern. So transportiert sie schon mal mit dem Vierzigtonner Hackschnitzel, das Hauptprodukt des Betriebs. Jährlich 100.000 bis 150.000 Kubikmeter werden umgesetzt, dazu etwa 2500 Festmeter Brennholz.

Noch wundert sich so mancher über die junge Frau am Steuer des riesigen Lastwagens. Dies wird jedoch künftig ein häufigeres Bild sein: Der Frauenanteil unter den Waldbesitzern steigt. Erhebungen des Bayerischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zeigen, dass 41% der privaten Waldbesitzer Frauen sind, sie sind die Verantwortlichen für 38,5% der bayerischen Privatwaldfläche.

Nicht jeder neue Waldbesitzer bzw. jede neue Waldbesitzerin hat von klein auf im Familienbetrieb Forstwirtschaft erlernt. Das Video der Onlineplattform mein-wald.de gibt neuen Waldbesitzern erste wichtige Hinweise und nennt die wichtigsten Anlaufstellen.

Der Frauenanteil beim Hofrundgang beträgt dagegen 75%: Dieter Rohm führt die sechs Besucherinnen gemeinsam mit Sohn Tobias durch den Betrieb und demonstriert die Hackschnitzelproduktion. "Macht sich da der Heizölpreis jetzt bemerkbar?", fragt Michaela Gerstner-Scheller aus Unterfranken. Ja, aufgrund der Preisgleitklausel drückt der niedrige Ölpreis auch auf den Hackschnitzelpreis. Auch mit Nachwuchssorgen und Fachkräftemangel hat die Branche zu kämpfen. Da macht sich Dieter Rohm allerdings keine Sorgen; neben Manja sind auch ihre Geschwister Melanie und Tobias noch auf dem Hof tätig, und die Arbeit macht allen zusammen Spaß.

"Es wär schon schön, wenn es so gemeinsam weitergehen könnte das ist ein ganz anderes Arbeiten, als wenn man irgendwo angestellt ist", meint Manja. Sogar die Büroarbeit würde sie übernehmen. "Den Rohstoff Holz wird man immer brauchen, und deshalb wird das Geschäft auch immer weitergehen. Holz ist ein Material, das einen guten CO2-Ausgleich hat; was bei der Verbrennung freigesetzt wird, wird wieder im wachsenden Wald gebunden." In der Tat: Durch Speicherung sowie energetische und stoffliche Substitution konnte in Bayern 2012 ein Klimaschutzbeitrag von 18 Millionen Tonnen CO2 durch den Rohstoff Holz geleistet werden. Und außerdem, verriet Manja, riecht es gut vor allem, wenn es frisch im Wald gehäckselt wird.

Zu essen gab es übrigens Bärlauchcappuccino mit Schnittlauch, Holzfällersteak mit gebratenem Spargel und Holunder-Panna cotta auf Erdbeersoße mit Rhabarberkompott. Alles aus regionalen und klassischen Zutaten, aber kreativ, mutig und pfiffig verarbeitet: So kann man nicht nur im Forstbetrieb, sondern auch in der Landfrauenküche überzeugen. "Des hat an guten Biss", "sehr erfrischend und lecker", "die Manja würzt kräftig genau meine Richtung", zeigten sich die Besucherinnen abschließend ganz begeistert.

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