Holz ›von Haus aus‹ nachhaltig und gesund

Straubing, Mariakirchen (11. Mai 2017). Im Rahmen der Klimatage Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn organisierte das Netzwerk Forst und Holz eine Vortragsveranstaltung, bei der ein Thema im Vordergrund stand: Wie wirkt sich Holz im Bau auf die Gesundheit der Nutzer aus? Das Informationsforum der Netzwerkpartner Forst und Holz brachte es so auf den Punkt: Holz fachgerecht verwendet ist dauerhaft, im besten Sinne nachhaltig und leistet sogar einen positiven Beitrag zur Gesundheit seiner Nutzer. Die Referenten des Abends spannten den Bogen von der Wissenschaft über die Tradition bis zur Gegenwart und Zukunft des Holzbaus.

Straubing, Mariakirchen (11. Mai 2017). Im Rahmen der Klimatage Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn organisierte das Netzwerk Forst und Holz eine Vortragsveranstaltung, bei der ein Thema im Vordergrund stand: Wie wirkt sich Holz im Bau auf die Gesundheit der Nutzer aus? Das Informationsforum der Netzwerkpartner Forst und Holz brachte es so auf den Punkt: Holz fachgerecht verwendet ist dauerhaft, im besten Sinne nachhaltig und leistet sogar einen positiven Beitrag zur Gesundheit seiner Nutzer. Die Referenten des Abends spannten den Bogen von der Wissenschaft über die Tradition bis zur Gegenwart und Zukunft des Holzbaus.

Professor Steretzeder von der TH Deggendorf machte es zu Beginn des Forums deutlich: Holz muss in Zusammenhang mit dem Wald gesehen und beurteilt werden. Für ihn ist der Wald „die Mutter des Holzes“ und alle Wohlfahrtswirkungen, die der Wald der Gesellschaft bereitstellt, werden durch die Nutzung des Holzes als Werkstoff dauerhaft gesichert. Steretzeder verwies auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und das Sozialwesen. Kein Werkstoff sonst liefert mit seiner Nutzung so einen Strauß an gesellschaftlich wichtigen aber auch individuell vorteilhaften Wohlfahrtsleistungen.

Bauen im urbanen Raum webBaustoffemmissionen und Wohngesundheit gro
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Holz als Baustoff sollen in einer neuen Studie interdisziplinär aufgearbeitet werden. Alle aktuelle Forschungsergebnisse deuten auf eine positive gesundheitliche Auswirkung des nachwachsenden Rohstoffs hin. Fotos: sinuswelle/ty (fotolia.com)

Im zweiten Vortrag des Abends informierte die Architektin Eva Bodemer von der TU München über die Gesundheitswirkungen von Holz. Über 40 Studien wurden zusammengetragen und ihre Aussagen zum Holz, aber auch zur Art der Untersuchung aufgelistet. Frau Bodemer führte aus, dass von den Forschungsarbeiten keine einzige auf mögliche negative Wirkungen des Holzes hindeutet. Leider musste sie aber auch feststellen, dass das Thema Holz und Gesundheit in der Lehre derzeit keine Rolle spielt und auch beim Anwender wenig bekannt sei. Dazu kommt der energiepolitisch zu begrüßende Trend zur energiesparenden und oft luftdichten Bauweise. Dies könne Schadstoffe, egal welcher Herkunft, in Wohnräumen sogar aufkonzentrieren. Ein oft beurteilter Indikator in diesem Zusammenhang sind flüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC). Die Forscher rechnen künftig mit einer Klassifizierung für Baustoffe, ähnlich der ABC-Klassifizierung des Energieverbrauchs. Inwieweit dabei die Forderungen der Wissenschaft, VOC je nach Herkunft unterschiedlich zu bewerten, Eingang findet, ist noch nicht entschieden, aus Sicht der Wissenschaft aber geboten.

Bodemer zitierte aus einer Vielzahl von Studien, welche gesundheitlichen Wirkungen Holz bei den Nutzern entfalten kann. Dabei überrascht besonders der Befund zum Krankheitsverlauf von Demenzerkrankungen: Ein hoher Holzanteil im Wohnbereich steigert die Interaktion der Patienten und kann so zu einem abgemildertem Krankheitsverlauf führen.

Die Forscher üben aber auch Kritik. Nicht am Holz, sondern an der ihrer Ansicht nach geringen Vergleichbarkeit der Studien. Daher arbeiten die wissenschaftlichen Leiter der Studie, Professor Richter und Professor Winter (beide TU München), an der interdisziplinären Fortsetzung der Forschungsarbeit. Zusammen mit Medizinern, Psychologen und Holzforschern wollen sie weltweit erstmals die Gesundheitswirkungen des Holzes vollumfänglich untersuchen.

In vier Fokus-Beiträgen richteten anschließend die Netzwerkpartner, die Firmen Moser, Hager, Brunthaler und Haas Fertigbau, den Blick auf die Geschichte und Zukunft des Holzbaus in der Region. Moser zeigte anhand der Pfarrkirche Pfarrkirchen, wie dauerhaft Holz sein kann. Der Dachstuhl aus dem 15. Jahrhundert ist völlig chemiefrei und ohne Eisennägel oder Schrauben errichtet. In dieser Tradition versteht sich der moderne Holzbau und ist rechtlich sogar zum Verzicht auf Chemie verpflichtet. Franz Hager präsentierte einen modernen Milchviehstall. Auch Tiere profitieren von den positiven Holzeigenschaften. In der Landwirtschaft spielt das Bauen mit Holz traditionell eine große Rolle, und hier verbessert Holz die Arbeitsbedingungen der Landwirte und steigert gleichzeitig das Tierwohl.

Die Firmen Brunthaler und Haas Fertigbau zeigten an ihren neuen Musterhäusern, wie modernes Bauen mit Holz ökologische Ansprüche mit modernster Steuerungstechnik im Wohnhaus kombiniert. Brunthaler demonstriert mit seinem Bungalow die Verbindung von Massivholz mit einem Grasdach und Klimawänden. Haas Fertigbau präsentiert, wie Hightech von der Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher über die Ladestation für ein Elektroauto bis hin zu einer computergesteuerten Wärmepumpe in einem Energiesparhaus integriert werden kann. Beide Vorzeigegebäude eint, dass sie einen sehr hohen Energiestandard vorweisen können, der vom Rest der Bauwirtschaft bis dato kaum erreicht und angeboten wird.


 Pressemitteilung des Netzwerks Forst und Holz

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