Holzbau in Bestandsgebäuden - Energetische Ertüchtigung und gestalterische Aufwertung

8. Holzbau-Praxistag der TH Nürnberg Georg Simon Ohm

Nürnberg, 12.10.2018: Die energetische Sanierung von Bestandsbauten ist eine große Herausforderung bei allen Anstrengungen zur Entschleunigung des Klimawandels. Der achte Holzbau-Praxistag an der Technischen Hochschule Nürnberg am 12. Oktober 2018 widmete sich diesem Thema unter dem Titel “Holzbau im Gebäudebestand - Energetische Ertüchtigung und gestalterische Aufwertung” mit Nachdruck. Gefördert wurde der Tag vom Landesbeirat Holz Bayern, unterstützt vom BDA Bund Deutscher Architekten/Kreisverband Nürnberg-Mittelfranken-Oberfranken, organisiert und moderiert von Prof. Dr.-Ing. Roland Krippner von der Fakultät Architektur.

Prof. Dr.-Ing. Annette Hafner von der Ruhr-Universität Bochum sprach im Eröffnungsvortrag über Aspekte des ressourceneffizienten Bauens und zeigte Potentiale und Besonderheiten nachwachsender Materialien am Beispiel Holz auf. Sie betonte dessen hohe Klimaschutzwirkung, da Gebäude aus Holz Kohlenstoff temporär gut speichern. Weiterhin forderte sie auf, Ökobilanzen kritisch zu prüfen. Nur bei nachwachsenden Rohstoffen, aus nachhaltiger Bewirtschaftung, kann von Klimaneutralität gesprochen werden. Mit Verweis auf zentrale Ziele der Charta für Holz 2.0 - Klimaschutz und Ressourceneffizienz - zeigte sie die Bedeutung von Qualitätssicherung und Detailarbeit für die Holzverwendung im Bauwesen.

Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Huß, Dipl.-Ing. Architekt BDA Michael Deppisch, Dipl.-Ing. (FH) Heiko Seen, DI Mag. Johann Aschauer, Prof. Dr.-Ing. Roland Krippner (von links nach rechts) (Photos: Michael Pfisterer, THN-AR)

Dipl.-Ing. (FH) Heiko Seen von der HU-HOLZUNION GmbH aus Rotenburg (Wümme) sprach über “Urbane Verdichtung und energetische Sanierung mit vorgefertigten Elementen”. Seen berichtete dabei von Praxiserfahrungen mit dem Aufstockungsprojekt TM 50, dem ehemaligen Foto-Quelle-Gebäude aus den 1970er Jahren (Nürnberg-Langwasser, 2015), einem Dachgeschossneubau (Berlin-Lichterfelde, 2014) und 5-geschossigen Punkthäusern (Erlangen, 2017). Fehlende Planungsunterlagen und die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen bei fortlaufender Nutzung, stellten bei den Renovierungsprojekten die größte Herausforderung dar.

Herr DI Mag. Johann Aschauer von der GAP Solution GmbH aus Dimbach in Österreich stellte innovative Dämmkonzepte und Solartechnik vor. Das Dämmkonzept basiert auf einer Solar‐Waben‐Technologie in Fassaden, wobei die Wabe aus Zellulose jeweils hinter der Verglasung platziert wird. Den wirksame Wärmeschutz und die deutliche Reduktion des Energiebedarfs illustrierte er mit Beispielen aus Linz und Graz.

Am Nachmittag standen gebaute Prototypen und (Pilot-)Projekte im Fokus

Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Huß von der Hochschule Augsburg stellte das Projekt “TES EnergyFacade” anhand der Sanierung von zwei Blockrandhäusern in München-Schwabing vor.

Dipl.-Ing. Architekt BDA Michael Deppisch spannte mit seinem “Update in Holz” einen eindrucksvollen Bogen über die Holzbauten seiner Firma. Unterschiedliche Gebäudetypen, von der Wohnanlage bis zur Schulerweiterung, von Kirchen- sowie Gewerbebau bis hin zum Austragshaus standen hier im Mittelpunkt.

Wie wichtig das Thema Sanierung ist, zeigt der dena-Gebäudereport 2018. Demnach entfallen in Deutschland 36 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den Gebäudebereich (Wärme und Strom). Bundesumweltministerin Svenja Schulze formulierte angesichts des IPCC-Berichtes im Oktober 2018 recht deutlich: “Wir dürfen beim Klimaschutz keine Zeit verlieren. Die nächsten Jahre sind entscheidend, …“.

Beim Holzbau-Praxistag der Fakultät Architektur konnte nun eindrücklich gezeigt werden, dass Architekten und Holzbau-Unternehmen schon heute Lösungen für einen klimafreundlichen Gebäudebestand erfolgreich umsetzen können. Es ist erfreulich, dass einige der vorgestellten Beispiele auch in Nürnberg und der Metropolregion stehen.

Text gekürzt nach Roland Krippner

 

Weitere Informationen:

Drucken E-Mail

Aktuelle Berichte

  • Holzbasierte Bioökonomie – große Potenziale für Bayern

    Holzbasierte Bioökonomie – große Potenziale für Bayern Der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern hat ein Positionspapier zum Themenschwerpunkt Forst- und Holzwirtschaft veröffentlicht. Der Forst- und Holzsektor leistet einen großen Beitrag zum Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise. Im Rahmen der Bioökonomie bieten die Holzproduktion sowie die Weiterentwicklung traditioneller und innovativer Formen der Holzverarbeitung Chancen zur Steigerung biobasierter Wertschöpfung. Read More
  • Mit Holz in die Zukunft

    Mit Holz in die Zukunft Mit Abschluss des überregionalen Projekts „Inno4wood“ haben die Partner proHolz Tirol, Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH, Holzforum Allgäu e. V. und Universität Innsbruck eine Publikation zum Thema „Innovationen in der Holzwirtschaft“ erstellt. Read More
  • Innovationsland.Bayern - Überarbeitung der Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie (FTI)

    Innovationsland.Bayern - Überarbeitung der Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie (FTI) Am 24. Juni 2019 fand im Bayerischen Wirtschaftsministerium die Auftaktveranstaltung zur Überarbeitung der Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie (FTI) der Bayerischen Staatsregierung statt. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert begrüßte 150 Wissenschaftler, Unternehmer, Cluster- und Netzwerkvertreter zu der eintägigen Einführungsveranstaltung. Read More
  • Strategie-Sitzung des Clusterbeirats 2019 in Feldkirchen

    Strategie-Sitzung des Clusterbeirats 2019 in Feldkirchen Am 05.07.2019 traf sich der Beirat der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH bei der Firma Steico SE, einem Hersteller von konstruktiven Holzbauprodukten und Holzfaserdämmstoffen mit Hauptsitz in Feldkirchen bei München zur jährlichen Beiratssitzung. Cluster-Geschäftsführer Dr. Jürgen Bauer, Projektleiter Stefan Torno und die designierte Geschäftsführerin des Image-Bündnisses proHolz Bayern, Eva Veit, informierten die Spitzenvertreter der Teilbranchen des Clusters über die Arbeit des vergangenen Jahres und die Hauptziele der Clusterarbeit bis Mitte 2020. Read More
  • KomSilva stellt erste Produkte zur freien Nutzung online

    KomSilva stellt erste Produkte zur freien Nutzung online Endspurt im Projekt KomSilva Das Projekt KomSilva mit der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern gGmbH als einem von vier Projektpartnern startet durch in das letzte Fünftel des Projektes. Anlässlich dieses anstehenden Endspurts stehen die ersten KomSilva Produkte auf der Website (www.komsilva.de/produkte-2 ) zur kostenfreien Nutzung bereit. Das Projekt KomSilva unterstützt forstliche Akteure in der professionellen Waldbesitzeransprache und forstlichen Öffentlichkeitsarbeit. Literaturrecherchen, Expertengespräche, eine Onlinebefragung und drei Regionalworkshops stellen die Grundlage für die KomSilva Instrumente, die bereits entwickelt sind oder in den kommenden Wochen und Monaten fertig gestellt werden. Read More
  • 1
  • 2
  • 3

Wir koordinieren

Logo proHolz Bayern

 

 

Logo komSilva

 

Partnernetzwerke

Logo Regionalinitiativen in Bayern

Wir sind Mitglied bei

Logo Cluster Offensive Bayern

 

Logo go-cluster

 

Logo Cluster Management Excellence

Logo Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan

logo VBF Vertreter Bayerischen Forstwirtschaft 2019