„Holzbau Meets Real Estate 2.0“ am 08. Oktober 2019 - Holzbau Netzwerk München

Das Holzbaunetzwerk München knüpfte am 08. Oktober 2019 an das erfolgreiche Veranstaltungsformat „Holzbau Meets Real Estate“ an und lud parallel zur Expo Real zu einer Vortrags- und Netzwerkveranstaltung ein. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die Schaffung der Perspektive Holzbau besonders für die Immobilien- und Projektentwicklung als interessante und zukunftsfähige Alternative zu den klassischen Baustoffen Stahl und Beton. Die Veranstaltung stieß mit etwa 150 Gästen auf großes Interesse, die sich nach hoch-spannenden Impulsvorträgen noch zum Austauschen und Netzwerken zusammen fanden.

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Dr. Richard Woschitz

Der Baustoff Holz ist in der Immobilien- und Projektentwicklung trotz seiner vielen Vorteile als nachwachsender Baustoff, Schaffung von positivem Wohnraumklima und der heutigen technischen Möglichkeiten immer noch eine Nische und wird bei der Mehrheit der neuen Bauprojekte oft nicht in Betracht gezogen. Nach und nach etabliert sich der Holzbau durch hochkarätige Projekte, die innovativ und beispielhaft voranschreiten und das Image positiv verändern. Die Impulsvorträge zeigten bereits fertig gestellte oder sich in der Planung befindende Holz-Gebäude, die allesamt durch ihre intelligente und gesamtheitliche Konzeption überzeugen.

Zunächst gab Dr. Richard Woschitz der Woschitz Group einen interessanten Einblick in das Projekt „Hoho“, einem 84 m hohen Holzhochhaus in Wien, das sich gerade in der Fertigstellung befindet. Aus seiner Perspektive eines Tragwerksplaners berichtete er eindrucksvoll über die Chancen und Herausforderungen bei der Statik eines Holzhochhauses. Es wurde deutlich, dass Holz mittlerweile als Hochleistungsbaustoff eingesetzt werden kann und welche Vorteile es durch eine modulare Bauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad gegenüber der klassischen Bauweise bietet.

http://www.hoho-wien.at

Anschließend präsentierte Steffen Hebestreit der Interboden Gruppe das sich aktuell in der Planung befindende Projekt „The Cradle“. Am Düsseldorfer Medienhafen soll hier voraussichtlich 2021 ein Bürogebäude in Holzhybridbauweise mit markantem Erscheinungsbild entstehen, welches soweit wie möglich nach dem „Cradle-to-Cradle ®“ Prinzip konzipiert ist. Hierbei ist besonders die Betrachtung des gesamten Gebäudelebenzyklus und der Rezyklierbarkeit der Materialien eine wichtige Planungsprämisse.

www.interboden.de/ib-projekte/thecradle/

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 v. l. n. r. Jörg Finkbeiner, Steffen Hebestreit, Dr. Richard Woschitz, Andreas Lerge, Regina Fingerhut

Einen ähnlichen ganzheitlichen Entwurfsansatz mit einer zirkulären und ressourcenpositiven Bauweise verfolgt das Projekt „WoodScraper“, welches eindrucksvoll von Jörg Finkbeiner von Partner und Partner Architekten vorgestellt wurde. Durch die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes als Material- und CO2-Speicher, der Optimierung der eingesetzten Baustoffe und des Platzbedarfs sowie der Zeitersparnis durch Vorfertigung- und Elementierung ist es möglich, kostenneutral im Vergleich zu den konventionellen Bauweisen zu bleiben. Das Projekt befindet sich aktuell in der Planung und wird in Wolfsburg errichtet.

www.woodscraper.de

Abschließend präsentierte Hr. Georg Nunnemann der Garbe Immobilien-Projekte GmbH das Projekt „Wildspitze“, das als 64 m hohes Holzhochhaus zukünftig einen markanten Orientierungspunkt in der Hamburger Hafencity darstellen wird. Der Baustoff Holz erfordert bei den Planungsprozessen eine besonders intensive Abstimmung und Zusammenarbeit der einzelnen Fachplaner, welche bei der „Wildspitze“ in einem intensiven, spannenden und kreativen Austausch resultierte.

www.garbe-immobilien-projekte.de/?id=102

Die Vorträge zeigten allesamt, dass mittlerweile alle technischen Möglichkeiten zur Etablierung des Baustoffs Holz für diverse Gebäudetypen und Nutzungen vorhanden sind. Wenn sich Bauherren, Investoren, Projektentwickler und das Planungsteam gemeinsam auf einen Weg von Innovationsgeist und dem Mut, etwas Neues und Unkonventionelles auszuprobieren begeben, werde sie mit außergewöhnlichen Projekten belohnt. Dies wurde bei der anschließenden Networking Runde intensiv diskutiert und es konnten viele Kontakte für mögliche zukünftige Kooperationen geknüpft werden.

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v. l. n. r. Jörg Finkbeiner, Dr. Richard Woschitz, Georg Nunnemann, Steffen Hebestreit, Andreas Lerge

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