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Deutscher Architekturpreis & Deutscher Holzbaupreis - Bayerische Bauten das Maß der Dinge

In den letzten Tagen fielen die Entscheidungen bei zwei der wichtigsten Architekturwettbewerbe auf Bundesebene: Der Deutsche Architekturpreis und der Deutsche Holzbaupreis. Und wie in den letzten Jahren ist Holzarchitektur aus dem Freistaat ganz vorne mit dabei - ein Projekt wurde sogar mit beiden Preisen bedacht.

In den letzten Tagen fielen die Entscheidungen bei zwei der wichtigsten Architekturwettbewerbe auf Bundesebene: Der Deutsche Architekturpreis und der Deutsche Holzbaupreis. Und wie in den letzten Jahren ist Holzarchitektur aus dem Freistaat ganz vorne mit dabei - ein Projekt wurde sogar mit beiden Preisen bedacht.

Bayern beim Holzbaupreis traditionell vorn mit dabei

Der Deutsche Holzbaupreis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und wurde zuletzt am 23. Mai 2017 auf der LIGNA in Hannover vergeben. Zwei der vier Auszeichnungen (jeweils Kategorie Neubau) gingen nach Bayern, womit der Freistaat sechs der zehn Preisträger aus den letzten drei Runden stellt. Beim parallel verliehenen Hochschulpreis Holzbau ist ein fränkisches Team unter die drei Sieger gewählt worden: Isabell Stengel und Anders Macht von der Hochschule Coburg waren mit dem Entwurf "Globe Theater Coburg" erfolgreich. Die beiden bayerischen Hauptpreisträger sind Almannai Fischer Architekten und Harald Fuchshuber mit der Turnhalle Haiming sowie Florian Nagler Architekten und Hermann Kaufmann Architekten mit dem Schmuttertal-Gymnasium Diedorf.

Bekenntnis zur Bildung: Deutscher Architekturpreis geht an Schulgebäude aus Holz

Das Team um Florian Nagler ist damit schon zum dritten Mal in Folge beim Deutschen Holzbaupreis unter den Siegern. Aber damit nicht genug: Das Leuchtturmprojekt Schmuttertalgymnasium wurde am 19. Mai auch zum Sieger im Wettbewerb um den mit 30.000 Euro dotierten Deutschen Architekturpreis gekürt. Bundesbauministerin Barbara Hendricks wies das Gebäude als modellhafte Lösung im Schulbau aus, der die Kommunen in den nächsten Jahrzehnten vor große Herausforderungen stellen wird. Ein gesellschaftlich wichtiges Thema also, das mit der Vergabe ins Zentrum der Aufmerksamkeit in der Architekturbranche gerückt wird: "Ein schwedisches Sprichwort besagt, dass der erste Lehrer die Kinder, der zweite die Lehrer und der dritte das Schulgebäude ist", so Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer. Die damit verbundene Verantwortung kann das zur Zeit intensiv beobachtete Projekt gerecht werden - durch eine Architektur, die neuen Lernkonzepten angepasst ist, dabei gleichzeitig regionale Ressourcen einsetzt und auf "ästhetische, funktionale und prozessurale Fragestellungen" durchweg überzeugende Antworten findet, so die Jury.

Die Projekte

Das Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, eines der Leuchtturmprojekte des gegenwärtigen Holzbaus, konnte die Jurys beider Preise überzeugen. Foto: Stefan Müller-Naumann
Das Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf, Europas größtes Schulgebäude in Holzbauweise, ist derzeit das Maß aller Dinge bei Architekturwettbewerben. Sowohl der Einsatz digitaler Datensysteme bei der Errichtung als auch die Umsetzung in Modulbauweise, das Energiekonzept und die Gestaltung einer modernen Lernlandschaft sind wegweisend. In der dreijährigen Bauphase wurden lokale Unternehmen, regional verfügbare Baustoffe und eine technisch wie ökologisch einmalige Qualität mustergültig miteinander verbunden. Dafür erhielten Architekten und Bauherren auch schon den Bayerischen Energiepreis 2016 und den DGNB-Preis Nachhaltiges Bauen. Der Kultursender ARTE und der Bayerische Rundfunk berichteten vor kurzem in einem Beitrag über den Holzbau unter anderem über das Gymnasium.
Banalität und Pragmatismus, aber auch Romantik und "heroische" Konstruktion: So beschreiben Florian Fischer und Harald Fuchshuber die Vereinigung von Gegensätzen, die ihr Gebäude prägt. Bild: Sebastian Schels
Die Turnhalle Haiming demonstriert das Potential von Holzbauweise bei extrem engem Kostenrahmen: Lediglich zwei Millionen Euro standen für den Neubau zur Verfügung, der aus vorgefertigten Holzbauteilen besteht und sich optisch ins umgebende Ortsbild einpasst. Die Mehrzweckhalle wirkt zunächst wie eine der großen Scheunen, die die Umgebung prägen, erzeugt aber durch die durchdachte Konstruktion aus kostengünstigsten Materialien einen filigranen Gesamteindruck, der die Jury des Holzbaupreises überzeugte.
  • Beim Hochschulpreis Holzbau konnten sich außerdem Isabell Stengel und Anders Macht aus Coburg zu den Gewinnern zählen: Ihr Entwurf für eine Ausweichstätte des Coburger Landestheaters während der Sanierung erzeuge durch die modulare Bauweise eine "hohe räumliche Qualität" und setze das Material Holz "sinnfällig ein", so die Jury.
  • Auch die weiteren Holzbaupreise gingen in den Süden: Jeweils in der Kategorie "Komponenten/Konzepte" wurden das modulare Bausystem "Aktivhaus Serie 700" des Stuttgarter Architekten Werner Sobeck sowie das Konzept "Stuttgarter Holzbrücke" prämiert (in der Kategorie "Bauen im Bestand" wurde kein Preis vergeben).

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