Kein Tourist: Der Nordische Fichtenborkenkäfer in Bayern

In Folge des Klimawandels regnet es weniger und damit verändern sich die Lebensbedingungen für Fauna wie Flora, die derzeit für große Probleme in den Wäldern sorgen. Schadorganismen die bisher für den Waldbau in Bayern als nicht relevant eingestuft wurden, könnten an Bedeutung gewinnen. Ein Grund zur Warnung?

 Waldwissen.net berichtet von einer Massenvermehrung des Schädlings "Nordischer Fichtenborkenkäfers (Ips duplicatus)" in Tschechien. Nach neusten Erkenntnissen ist dieser nun auch in Bayern wieder zu finden ist, geht aus  dem Käfermonitoring des ÄELF und der BaySF hervor.

Die LWF beschreibt den Nordischen Fichtenborkenkäfer so: "Der [Ips duplicatus] ist eine boreale Fichtenborkenkäferart, deren Verbreitungsgebiet in der nordlichen Taiga liegt. Hauptwirtspflanzen sind die Gemeine Fichte (Picea abies) und die Sibirische Fichte (Picea obovata), darüber hinaus kann die Art aber an weiteren Fichten-, Kiefern- und Larchenarten vorkommen." ( vgl. Ehnstrom & Axelsson 2002).

 

 

(Befall durch den Nordischen Fichtenborkenkäfer
im mittleren Kronenabschnitt einer Fichte (Foto: Petr
Kapitola, Central Institute for Supervising and Testing in Agriculture, Bugwood.org)

 

Relevanz für die Forstwirtschaft

Während die EPPO den Käfer augrund seines natürlichen  Verbreitungsgebietes nicht als Quarantäne-Schadorganismus einstuft und seine Bedeutung für die Forstwirtschaft als gering einschätzt, berichten die Experten Dr. Petercord und Dr. Lemmer, dass dieser "zunehmend auch in Mitteleuropa den Waldbesitzern und Forstleuten grosse Sorgen" bereitet. Welche Gefahr für Bayerns Wälder sehen die Experten ausgehend von diesem Schädling ? "Es ist nicht auszuschließen, dass der Nordische Fichtenborkenkäfer neben seiner natürlichen Ausbreitung (...) auch in Bayern an Bedeutung gewinnen wird.

Im Rahmen des Klimawandels werden auch gesunde Picea abies und Picea obovata in Bayern derzeit sprunghaft von heimischen Arten des Buchdruckers und Kupferstechers befallen. Der Nordische Fichtenborkenkäfer wird in der Literatur als Sekundärschädling und als Begleiterscheinung  des Buchdruckers beschrieben. Grundsätzlich ist Ips duplicatus also als Nebenbelastung (auch im Anbetracht der zu erwartenden Vermehrung in Mitteleuropa) für die heimischen Wälder zu sehen.

Biologie des Nordischen Fichtenborkenkäfer

Der Nordische Fichtenborkenkäfer ist für das ungeübte Auge dem Buchdrucker in Form und Gestalt sehr ähnlich, unterscheidet sich nur geringfügig und auch für Experten teilweise nur mit dem Mikroskop durch Farbegebung und Größe. Einen direkten Vergleich zum Buchdrucker sowies eine feine detailierte Beschreibung findet man auf der Webseite des LWF.

Maßnahmen

Die vom LWF empfohlenen Maßnahmen für Käferprävention und auch für die Bekämpfung des Käfers sind deckungsgleich zu anderen Borkenkäferarten: "Saubere Waldwirtschaft, Entfernen bruttauglichen Materials, Einschlag und schneller Abtransport befallener Bäume, Entrindung befallener Bäume sowie in nötigem Umfang auch Insektizidbehandlungen." (vgl. lwf.bayern.de)

 

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