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Vorzeigeprojekt im Mehrgeschossbau Holz 8 – Interview mit B&O-Geschäftsführer Dr. Ernst Böhm

Holz 8 ist das derzeitige Vorzeigeprojekt im Mehrgeschoßbau in Bayern. Der 8-Stöcker hat es bis in die überregionalen Medien geschafft. Gisela Goblirsch sprach mit B&O-Geschäftsführer Dr. Ernst Böhm. "Holz 8 soll zeigen, dass sich der Werkstoff Holz durchaus für den städtischen Geschoßbau eignet und gegenüber herkömmlichen Baustoffen wie Ziegel, Beton und Stahl klare Vorteile hat. B&O will als Bauherr den Geschoßwohnungsbau in Holz beleben."

Interview mit Dr. Ernst Böhm

www.bo-wohnungswirtschaft.de

Holz 8 ist das derzeitige Vorzeigeprojekt im Mehrgeschoßbau in Bayern. Der 8-Stöcker hat es bis in die überregionalen Medien geschafft. Gisela Goblirsch sprach mit B&O-Geschäftsführer Dr. Ernst Böhm. "Holz 8 soll zeigen, dass sich der Werkstoff Holz durchaus für den städtischen Geschoßbau eignet und gegenüber herkömmlichen Baustoffen wie Ziegel, Beton und Stahl klare Vorteile hat. B&O will als Bauherr den Geschoßwohnungsbau in Holz beleben."

1) Welchen Stellenwert nimmt bei Ihnen das Image des Werkstoffes Holz ein? Wie wichtig erscheint Ihnen eine Holzwerbe-Initiative wie "Pro Holz Bayern"?

Die Initiative ist für uns im Bausektor eigentlich eine Basis, die es ermöglicht, abgesehen von normaler Produktwerbung, an potentielle Kunden zu gelangen. Natürlich werden alle Holzverarbeiter nicht auf eigene Werbemaßnahmen verzichten können. Das liegt in der Natur der Sache. Aber je mehr Menschen dem Bau- und Werkstoff Holz positiv gegenüberstehen, desto eher werden sie bereit sein, sich auch auf ungewöhnliche Lösungen - gerade beim Holzbau - einzulassen. Unsere Produkte sind die Botschafter des Baustoffes Holz. Nach meiner Überzeugung können alle Beteiligten durch eine gemeinsame Imagebildung nur gewinnen. Deshalb unterstütze ich die "ProHolz Bayern" und hoffe darauf, dass Kollegen und Kunden Holz vielfältig einsetzen.

2) Wo liegt für Sie die Wertigkeit eines solchen Holzwerbungs-Projektes?

Als Bayer bin ich schon ein bisschen stolz, dass es unserem Bundesland gelungen ist, wieder eine Holzwerbeinitiative auf die Beine zu stellen.

3) Gilt dieser Ansatz auch für kleine Unternehmen?

Ohne Ausnahme - ja. Alle Beteiligten werden davon profitieren, vorausgesetzt unsere Holzlösungen und Holzprodukte entsprechen qualitativ dem positiven Bild, das der Baustoff Holz vermittelt.

4) Was wünschen Sie sich von den Partnern im Netzwerk?

Ich wünsche mir weiterhin eine Zusammenarbeit und einen fairen Wettbewerb, dass möglichst viele Betriebe den jeweils anderen nicht als Konkurrenten, sondern als Mitbewerber ansehen.

5) Holz 8 ist ein Experiment? Eine Innovation? Wie charakterisieren Sie dieses Projekt?

Holz 8 soll den Weg ebnen und den mehrgeschoßigen Holzbau in die Stadt zurück bringen. Das Holz 8 wurde wissenschaftlich von der TU München, vom Rosenheimer Fensterinstitut und der Hochschule Rosenheim begleitet und ist ausgereift, also als Systemhaus marktfähig. Mit anderen Worten: Holz 8 ist ein fertiges Produkt.

6) Wo sehen Sie die Zukunft eines solchen Vorzeigeprojektes?

In der Stadt und im sozialen Wohnungsbau. Natürlich müssen auch die Bewohner eines Hauses mit diesem Baustoff umgehen lernen. Da hat es manchmal Irritationen gegeben, indem das Material einfach nicht so gepflegt und geschätzt wurde, wie das sein sollte. Aber wenn Holzhäuser wieder ganz selbstverständlich zum Stadtbild gehören, werden alle Bevölkerungsschichten sorgsam damit umgehen.

7) Wer hat diesem Projekt Schützenhilfe geleistet und wo meinen Sie, dass in Zukunft noch Unterstützung für solche Projekte herkommen muss?

Neben den wissenschaftlichen Kooperationen ist an erster Stelle die ausführende Firma Huber & Sohn in Bachmehring zu nennen.
Mehr Unterstützung könnte es seitens der bauaufsichtlichen Zulassungen im Hinblick auf den Brandschutz geben. Wir meinen beispielsweise, dass einfache Beplankungen in der Regel ausreichen.

8) Ist das Projekt serienfähig? Und welche Basis muss / müsste dafür noch geschaffen werden?

Holz 8 ist ein fertiges Produkt. Wir arbeiten daran, den Markt dafür zu entwickeln, der Bedarf ist da. Wenn jetzt noch Behörden und Städteplaner dieser Art des schnellen und unproblematischen Systembaus im städtischen Umfeld eine Chance geben, dann steht einer positiven Entwicklung nichts im Weg.

9) Und wo liegt ihre Vision?

Wir wollen künftig neben jeder bayerischen Universität ein bis zwei Holztürme bauen. Unsere Vorstellung sieht Wohnungen für Studenten mit Kindern vor, im Penthouse Wohnungen für Gastprofessoren und im Erdgeschoß eine Kindertagesstätte oder auch Seminarräume. Das Ganze in kürzester Zeit gebaut: schnell und unkompliziert.

Seit 1993 führt Dr. Ernst Böhm die Geschäfte der Münchner Dach- und Fassadenbaufirma Bihler+Oberneder. Derzeit werden von B&O etwa 18.000 Wohnungen jährlich modernisiert; zudem betreut das Unternehmen knapp 420 000 Wohnungen als technischer Gebäudedienstleister.

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