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Charta für Holz vorgestellt: Prof. Röder betont die Rolle langfristiger Clusterarbeit auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bioökonomie

Wer erfolgreich wirtschaften will, braucht ein gutes Netzwerk. Durch ökonomische Leistungsfähigkeit, tragfähige Innovationsstrukturen und schnell wachsende Unternehmen zeichnen sich vor allem Branchen aus, die in dichten Clusterstrukturen organisiert sind. Clustermanagement-Organisationen fördern diese Vernetzung in Deutschland seit über 20 Jahren – eine Erfolgsgeschichte, wie bei der Jahrestagung »go-cluster« am 20. April in Berlin deutlich wurde. Während der Veranstaltung wurde aber auch gefordert, dass Cluster offen für neue Anforderungen bleiben und noch selbstbewusster in Außendarstellung und politischer Positionierung werden. Das Cluster Forst und Holz stellt sich dieser Aufgabe: Die Verabschiedung der Charta für Holz 2.0 am 26. April in Berlin ist ein wichtiges Signal der Branche an Politik und Öffentlichkeit. Im Rahmen der Vorstellung der Charta in der Landesvertretung Baden-Württembergs beim Bund betonte Prof. Dr. Hubert Röder, einer der beiden Sprecher des Clusters Forst und Holz in Bayern: "Clusterarbeit muss langfristig gedacht werden!"

Wer erfolgreich wirtschaften will, braucht ein gutes Netzwerk. Durch ökonomische Leistungsfähigkeit, tragfähige Innovationsstrukturen und schnell wachsende Unternehmen zeichnen sich vor allem Branchen aus, die in dichten Clusterstrukturen organisiert sind. Clustermanagement-Organisationen fördern diese Vernetzung in Deutschland seit über 20 Jahren – eine Erfolgsgeschichte, wie bei der Jahrestagung »go-cluster« am 20. April in Berlin deutlich wurde. Während der Veranstaltung wurde aber auch gefordert, dass Cluster offen für neue Anforderungen bleiben und noch selbstbewusster in Außendarstellung und politischer Positionierung werden. Das Cluster Forst und Holz stellt sich dieser Aufgabe: Die Verabschiedung der Charta für Holz 2.0 am 26. April in Berlin ist ein wichtiges Signal der Branche an Politik und Öffentlichkeit. Im Rahmen der Vorstellung der Charta in der Landesvertretung Baden-Württembergs beim Bund betonte Prof. Dr. Hubert Röder, einer der beiden Sprecher des Clusters Forst und Holz in Bayern: "Clusterarbeit muss langfristig gedacht werden!"

charta 1
Prof. Dr. Hubert Röder, Sprecher des Clusters Forst Holz Bayern (Mitte), stellte die Rolle der Netzwerke im Innovationsmanagement des Clusters heraus. Prof. Dr. Christa Liedtke leitete die Diskussion mit Wolf Opitsch (Landeshauptstadt München), Steffen Rathke (Plattform Forst & Holz, Vizepräsident der deutschen Säge- und Holzindustrie), Kay Künzel (Architekt), Christof Kurch (Berlinovo) und Max Reger (Landesbetrieb Forst BW). Foto: BMEL

Charta bündelt Strategiepapiere des Clusters

In der Charta werden wichtige Strategiepapiere der Branche gebündelt: Clusterstudien, die Waldstrategie des BMEL, die Roadmap des DHWR oder die Forschungsagenda der FTP werden hier gesammelt und koordiniert. Die Zielsetzung ist klar: Es soll mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet werden. Bund, Länder und Branchenvertreter haben bei der Konzeption der Charta eng zusammengearbeitet. In sieben prioritären Handlungsfeldern werden die Ziele abgesteckt, die mit den drei Säulen der Charta – Klimaschutz, Wertschöpfung und Ressourceneffizienz – verbunden sind. Dass man in der Holzwirtschaft bei der Charta 2.0 angekommen sei, wo in der Industrie schon von »4.0« gesprochen wird, wertete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in seiner Eröffnungsrede nicht als Verspätung – es zeige vielmehr: In der Branche wird nachhaltig gearbeitet und gewirtschaftet.

Bundesminister Christian Schmidt hob die Bedeutung des nachwachsenden Rohstoffs Holz hervor und stellte die Charta in den Kontext politischer Strategien. Foto: BMEL

Die Handlungsfelder der Charta

  • Bauen mit Holz in Stadt und Land
  • Potenziale von Holz in der Bioökonomie
  • Material- und Energieeffizienz
  • Ressource Wald und Forst
  • Cluster Forst und Holz
  • Wald und Holz in der Gesellschaft
  • Querschnittsthema: Forschung und Entwicklung

Holz muss in fairen Kostenwettbewerb mit fossilen Stoffen treten

Im Anschluss überreichte Bundesminister Schmidt einen Förderbescheid an Prof. Dr. Stefan Winter von der TU München. Durch die Förderung wird ein Verbundvorhaben zum Brandschutz finanziert, das die Gleichstellung von Holzbau mit anderen Technologien zum Ziel hat. Einig waren sich die Experten und die Teilnehmer an der abschließenden Diskussionsrunde: Holz muss in einen fairen Kostenwettbewerb mit fossilen Stoffen gebracht werden. Dabei kamen einige Vorschläge und Impulse zur Sprache: von einer besseren Positionierung des Werkstoffs im Designbereich über die Ausgestaltung von Landesbauordnungen bis zu einer »Willkommenskultur für fremdländische Baumarten«, die durch den Klimawandel notwendig werde.

Clusterinitiativen als essentielles Werkzeug der Innovationsförderung

Die Veranstaltung zeigte: Nur wenn alle Mitglieder der Branche an einem Strang ziehen, wird es möglich sein, die, wie Röder konstatierte, bevorstehende »Riesenaufgabe« eines öffentlichen Wahrnehmungswandels der Forst- und Holzwirtschaft erfolgreich zu bewirken. Es müsse ins Bewusstsein dringen, dass Deutschland in der Rohstoffwende hin zu einer Bioökonomie eine Vorreiterrolle einnehmen kann und dass die Verwendung von Holz dabei eine zentrale Rolle spielt. Für die notwendige Innovationsförderung, die den Wirtschaftszweig zukunfts- und konkurrenzfähig erhält, sind Clusterinitiativen dabei ein »essentielles Werkzeug«, so Röder in der Diskussion.

charta grafik2 Clusterstudie 2015
Wichtige Strategiepapiere der Branche: Die Charta für Holz 2.0 und die Clusterstudie Forst Holz Papier in Bayern 2015

Klimaschutz, Wertschöpfung, Ressourceneffizienz: Holz als elementarer Bestandteil der Klimaschutzziele

Die Charta 1.0, die im Jahr 2004 verabschiedet worden war, hatte eine Steigerung des Holzverbrauchs in Deutschland pro Einwohner um 20% vorgesehen. Das Ziel konnte vor Ablauf des gesetzten Zeitraums erreicht werden; zudem konnte die Holzwirtschaft die Markteinbrüche in Folge der Wirtschaftskrise 2007 überwinden. Die neue Charta stellt innerhalb der 19 Maßnahmenpakete in den sieben Handlungsfeldern messbare Zielkriterien vor, die den Einsatz von Holz zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Steigerung der Wertschöpfung im ländlichen Raum ins Zentrum rücken. Dazu gehört etwa die verstärkte Verwendung von Holz im Bauwesen: Neben der Erweiterung des Holzbauportfolios beispielsweise in mehrgeschossigem oder öffentlichem Bauen wurde vor allem das Ziel diskutiert, Hemmnisse abzubauen – sowohl in der Mentalität der Branche als auch in den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

»Von einer Politik für Cluster zu einer Politik der Cluster«

Mit der auf Initiative der Agrarministerkonferenz zustandegekommen Charta setzt die Forst- und Holzbranche ein deutliches Zeichen für die Integration des Werkstoffs in die politische Planung auf Länder- und Bundesebene. Damit ist ein wichtiger Schritt gemacht auf dem Weg zur Etablierung des Clusters als politischem Akteur – eine Vision, die Dr. Christian Ketels von der Harvard Business School unter dem Motto »Von einer Politik für Cluster zu einer Politik der Cluster« auf der GO-Cluster-Jahrestagung des Wirtschaftsministeriums ausgegeben hatte. Die damit verbundene Etablierung der Clusterstruktur als regionales Organisationsprinzip hat entsprechend auch als »Handlungsfeld Cluster Forst und Holz« Eingang in die Charta gefunden. Innovation, Klimaschutz und Holzbau auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bioökonomie sind in Bayern die Ziele, die von den Clustersprechern Xaver Haas und Prof. Dr. Hubert Röder langfristig ausgegeben wurden. Erarbeitet werden müssen sie unter anderem durch eine dauerhaft etablierte Clustermanagement-Organisation auf dem Wege der Kommunikation, der Vernetzung und des Interessenausgleichs.

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