Projekt CarboRegio

Passen Angebot und Nachfrage bei regionalen Holzprodukten zusammen? 

 
Forschungsprojekt CarboRegio zeigt: Interesse für regionale Holzprodukte ist bei den Endkunden vorhanden.

Welche Rolle spielen regionale Holzprodukte bei den Betrieben und der Bevölkerung? Was verstehen  Anbieter und Endkunden eigentlich unter Region? Und gibt es eine erhöhte Zahlungsbereitschaft für regionale Holzprodukte? Antworten auf diese und weitere Fragestellungen gibt das Forschungsprojekt CarboRegio für das Allgäu.

 

Brennholz ist ein nachgefragtes regionales Holzprodukt

Foto: CarboRegio

Regionalität ist ein allgegenwärtiges Thema, besonders im Bereich von Lebensmitteln und anderer landwirtschaftlicher Produkte. Doch wie groß ist das Potenzial einer regionalen Produktion und Vermarktung von Holzprodukten? Welche regionalen Produkte aus Holz eignen sich aktuell und in Zukunft hinsichtlich ihres Beitrags zum Klimaschutz besonders? Dazu erhebt seit Mitte 2020 das „Projekt CarboRegio“ anhand der Beispielregion Allgäu Zahlen und Fakten. Das Kooperationsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und des Holzforums Allgäu wird vom Waldklimafond des Bundes gefördert. Um die Angebotsseite zu analysieren, wurden Experteninterviews mit Vertretern aus der gesamten Wertschöpfungskette Wald-Holz geführt, von Waldbesitzern über Säger bis hin zu Planern. Die Nachfrageseite wurde über eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im Allgäu abgebildet. „Die Ergebnisse zeigen, dass es neben übereinstimmenden Aussagen zu Regionalität auch unterschiedliche Meinungen auf der Angebots- und Nachfrageseite gibt“ fasst Christina Brand, die das Projekt seitens der LWF bearbeitet, zusammen.

Relativ einig sind sich beide Seiten bei der Regionsdefinition. Die meisten Experten verstehen das Allgäu als Region und auch die befragte Bevölkerung entschied sich mehrheitlich für das Allgäu als Gebiet, aus dem Holz noch als „regional“ bezeichnet werden kann. Zertifikate, die die Herkunft des Holzes aus einer Region belegen, spielen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite keine Rolle. Die Zertifizierung von Produkten ist wohl auch deshalb kein Kaufkriterium für die Endkunden und vorhandene Labels sind den meisten Befragten nicht bekannt. Auf Seiten der Betriebe wurden sehr heterogene Aussagen bezüglich der Relevanz von Regionalität gemacht, woraus sich kein einheitliches Bild ergibt. Es werden aber laut Aussagen der Experten von den Betrieben in der Wertschöpfungskette kaum als regional deklarierte Holzprodukte angeboten. Bei den Endkunden hingegen besitzt Regionalität einen sehr hohen Stellenwert und ist für 40 % der befragten Personen auch ein Kaufkriterium.

Laut Bevölkerungsbefragung haben 73 % der Kunden schonmal regionale Produkte aus Holz gekauft oder beabsichtigen dies. Basierend auf dieser Untersuchung scheinen Angebot und Nachfrage nicht zusammenzupassen. Auch die Aussagen der befragten Betriebe bezüglich einer erhöhte Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung im Allgäu für regionales Holz bzw. Holzprodukte sind sehr heterogen. In den Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung lässt sich hingegen deutlich eine erhöhte Zahlungsbereitschaft erkennen. 85 % der befragten Personen sind bereit, für regionales Holz mehr zu bezahlen. Als Holzprodukte, die besonders für eine regionale Vermarktung geeignet sind, nannten die Experten verschiedene Bauprodukte. Auf Seite der Endkunden werden aber am häufigsten Brennholz und Holzmöbel bzw. Produkte für den Innenausbau gekauft.
„Unsere Befragungen sind zwar mit Unsicherheiten verbunden, aber es zeigen sich klar die Potenziale für Holz und Holzprodukte aus der Region.“, zieht Markus Briechle, Projektbearbeiter am Holzforum Allgäu, ein positives Fazit. Nun gehe es darum, die theoretische Bereitschaft der Kunden in eine reale Nachfrage nach regionalem Holz umzuwandeln. 

 

 

 

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