10 Jahre liegt es nun zurück, dass durch die damalige Bundesregierung die CHARTA FÜR HOLZ verabschiedet wurde, an der ich im Rahmen der breit angelegten Steuerungs-gruppe mitarbeiten konnte. "Verstärkte Holznutzung - zugunsten von Klima, Lebens-qualität, Innovationen und Arbeitsplätzen": Die Zielsetzung ist heute unverändert aktuell und dringend, wobei das Hauptziel dieses bemerkenswerten politischen Auftrags, "den Pro-Kopf-Verbrauch von Holz und Holzpro-dukten aus nachhaltiger Erzeugung in Deutschland innerhalb von 10 Jahren von 1,1 m3 auf 1,3 m3 Rohholzäquivalente zu steigern", tatsächlich erreicht wurde. Aber im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist da noch "Luft nach oben" und es braucht daher kontinuierlich politisch initiierte und flankierende Anreize und Aktivitäten. Warum nicht eine (bayerische?) "Forst- und Holz-Initiative 2025"?Sicher hat das politische und gesellschaftliche Verständnis für die Rolle und die Bedeutung unserer Branche zugenommen. Es ist uns gelungen, den Stellenwert der Wertschöpfungskette für Klimaschutz, Energiewende, Ländlichen Raum und Arbeitsplätze breiter zu vermitteln. Regelmäßige Gradmesser und Instrumente zur Beurteilung der Branchenentwicklung, wie Bundeswaldinventur, Holzaufkommensprognosen oder Kohlenstoffbilanzen wurden im Bundeswaldgesetz verankert und Clusterstudien geben Auskunft über die Branchenentwicklung. Andererseits bleibt es eine Daueraufgabe, die falschen und fragwürdigen Aussagen zu Wald, Forstwirtschaft und Holznutzung zurechtzurücken, die die Politik, die Gesellschaft und den einzelnen Bürger verunsichern.
Zur Entwicklung unserer Wälder, abgebildet durch die aktuell erschienene BWI 2012, haben wir MR Brosinger vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten um seine Stellungnahme zu den Ergebnissen und um erste Interpretationen gebeten.
Wie im letzten Newsletter erwähnt, haben wir unsere zweite Clusterstudie begonnen und die Kampagne "Holz bewegt" von proHolz Bayern hat mit dem erfolgreichen Parlamentarischen Abend im Bayerischen Landtag am 22. Oktober durch ein geschlossenes Auftreten der ganzen Branche ein wichtiges gesellschaftspolitisches Zeichen gesetzt. Einen weiteren Höhepunkt der Kampagne können wir durch die breite Branchenunterstützung auf der "Bau 2015" im Januar in München realisieren: "Holz bewegt die Zukunft des Bauens"! Wir würden uns sehr freuen, Sie persönlich auf dem Messestand begrüßen zu dürfen.
Für heute wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre,
Ihr Gerd Wegener
MR Franz Brosinger leitet am Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirt-schaft und Forsten das Referat Waldbau, Waldschutz und Bergwald und ist dort auch für die Bundeswaldinventur 2012 (BWI 2012) zuständig. Durchgeführt wurde die BWI 2012 von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).