+49 8161 96 995-60 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Forschung

  • Interview Holzforschung neu vernetzt

    Holzforschung neu vernetzt

     

     

    Dr. Michael Lutze, Experte für Holzverwendung, -lagerung und -sortierung (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft)In Deutschland gibt es eine Vielzahl an hochkarätigen Forschungseinrichtungen im Forst- und Holzbereich. Während erstere, z. B. im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten, gut untereinander vernetzt sind, entsteht für den Holzbereich spätestens seit dem Wegfall der Deutschen Gesellschaft für Holzforschung (DGfH), (wieder) ein stärker werdender Ruf der Branche nach einer Vernetzung, um z. B. Forschungsthemen untereinander abzustimmen, einen fachlichen Austausch zu ermöglichen und gemeinsam Forschungsprojekte voranzutreiben. Dazu wurde bereits 2025 eine Initiative unter Leitung des Thünen Institut für Holzforschung gestartet.

    Im Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Krause, Leiter des Thünen Institut für Holzforschung, möchten wir mehr zum Thema erfahren.

     

    Herr Krause, können Sie nochmals in eigenen Worten und aus Ihrer Sicht die Beweggründe zur Initiative erläutern?

    Während meines Einsatzes zur Ausarbeitung eines Konzeptes für ein „Nationales Zentrum Wald- und Holzforschung“ hatte ich die Aufgabe die Einbindung der Holzforschung zu koordinieren. Dabei wurde mir bewusst, wie schlecht die aktuelle Vernetzung zwischen den Holzforschenden ist, da es keine zentrale Adressensammlung oder etablierte Strukturen gab. Das Netzwerk bestand mehr oder weniger aus „zufälligen“ Bekanntschaften.

    Nachdem die Initiative nicht erfolgreich beendet wurde, wurde mir klar, dass die Situation der kleinteiligen Holzforschungslandschaft ein genereller struktureller Nachteil der Community ist. Dadurch ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit eingeschränkt und das Bewusstsein für Forschungsinvestitionen in dem Bereich schlecht ausgeprägt. Meist sind die Holzforschenden nur eine „Randerscheinung“ in der eigenen Organisation und bekommen deshalb sehr wenig strukturelle Unterstützung. Aus diesen Gründen entschloss ich mich eine Initiative für bessere Vernetzung zu starten.

     

    Wie stellt sich der Prozess der Initiierung dar und wie werden interessierte Personen bzw. Einrichtungen eingebunden?

    Wir haben angefangen eine Liste mit den Forschungsinstitutionen auszuarbeiten und so Kontakte zu allen bisher bekannten Stellen aufzubauen. Insgesamt haben wir inzwischen mehr als 100 Personen auf der Liste, die als Professor*innen oder Führungspersonen in der Holzforschung arbeiten. Wir haben dann alle bekannten Institutionen zu einem ersten Treffen im März 2025 nach Hamburg eingeladen, um gemeinsam zu besprechen, ob ein Interesse an stärkerer Vernetzung besteht.

    Das Interesse war so groß, dass ein weiteres Treffen in 2025 vereinbart wurde, welches im November in Dresden stattfand. Dort wurde beschlossen, dass die Vernetzung vertieft werden und in eine eigene Organisationsform überführt werden soll. Alle Einrichtungen, in denen sich Personen wissenschaftlich mit Holz beschäftigen, sind zu der Vernetzung eingeladen. Wir finden immer mal wieder auch Organisationen, die noch nicht auf unserer Liste stehen. Wer sich beim Lesen des Textes angesprochen fühlt mitzumachen, ist herzlich eingeladen. 

     

    Was sind die gemeinsam formulierten Ziele der Initiative?

    Wir wollen:

    - die Vernetzung der Holzforschungscommunity vorantreiben 

    - eine bessere Sichtbarkeit der Holzforschung nach außen erreichen

    - Attraktivität der Community für Studierende und Forschende erhöhen

    - zentrale Forschungsthemen zur Holznutzung in der Gesellschaft in öffentlichen Förderprogrammen verankern

     

    Wie bewerten Sie das Interesse / die Reaktion der Forschungseinrichtungen, aber auch weiterer Vertreter der Branche, z. B. der holzverarbeitenden Industrie?

    Das Interesse bei den Forschungseinrichtungen ist sehr groß. Das merken wir an der Beteiligung an dem Prozess ganz deutlich. Viele Stimmen sagen, dass es ein längst überfälliger Schritt ist. Vielleicht sehen noch nicht alle Einrichtungen den klaren Vorteil der Vernetzung, aber ich sehe hier ein zunehmendes Interesse.

     

    Wie geht es im Prozess um die Etablierung weiter?

    In Dresden haben wir eine Sprecherin (Prof. Katja Frühwald-König) und einen Sprecher (Prof. Dr. Markus Rüggeberg) gewählt, die bereits im Auftrag der Community tätig werden. Es wird ein weiteres Treffen in München/Freising im Frühjahr 2026 geben. Dann werden wir hoffentlich die groben Strukturen der Organisation festzurren und detailliertere inhaltliche Gespräche führen. Spätestens dann wird es einen Namen und ein Logo geben. Es wird zurzeit geprüft, ob die Holzforschung eine eigene Fachgruppe in der DFG sein kann.

  • Projekt Bahnschwelle 2.0

    Bild1

     

    Projekt Bahnschwelle 2.0

    Unabhängigkeit, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit

    Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2026

    Hintergrund und Nutzen

    Den Ausbau des schienengebundenen Personen- und Güterverkehrs ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Mobilitäts- und Verkehrswende. Dadurch sinken CO₂-Emissionen aus dem Straßenverkehr, ländliche Regionen in Bayern werden besser angebunden und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert. Nachhaltiger Transport und eine resiliente logistische Infrastruktur sind essenziell. Der Straßen-Güterverkehr stößt bereits an Kapazitätsgrenzen, gleichzeitig plant die Industrie mit Gütermengen, die sich auf der Straße nicht mehr transportieren lassen. Die Aktivierung von Nebenstrecken, KV-Terminals und (privatwirtschaftlichen) Gleisanschlüsse bieten hierfür ein hohes Potenzial.

    Der Schienenausbau hat damit eine hohe ökonomische und ökologische Bedeutung. Zeitgleich bietet der regionale Ausbau der Schieneninfrastruktur – und der daraus zu erwartende zusätzliche Bedarf an Bahnschwellen – ein erhebliches Potenzial für nachhaltige Bahnschwellen aus Laubholz.

    Die 4. Bundeswaldinventur zeigt erneut eine starke Zunahme von Laubholz in Bayern und die WEHAM-Szenarien verdeutlichen ein langfristig hohes Rohstoffpotenzial. Für eine stoffliche Verwendung fehlen allerdings bislang weitgehend innovative Ansätze, sowohl für gesundes als auch durch Hitze, Trockenheit und Schädlinge entwertetes Holz.

    Buche und Eiche eignen sich traditionell hervorragend für Bahnschwellen, doch das Kreosot-Verbot hat ihren Einsatz in der EU zurückgedrängt. Umweltverträgliche Alternativen kommen in anderen Ländern bereits zum Einsatz – in Deutschland allerdings noch nicht. Hier werden vor allem Schwellen aus Kunststoff favorisiert.


    Projektziel

    Das Cross Cluster Projekt „Bahnschwelle 2.0 – Unabhängigkeit, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit“ setzt zukunftsweisend an dieser komplexen Ausgangssituation an. Es analysiert die Anwendungsmöglichkeiten von umweltfreundlich imprägnierten Bahnschwellen aus Laubholz und arbeitet konkrete Anwendungsszenarien heraus, um dadurch

    • die Wettbewerbsfähigkeit der Bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zu stärken und die nachhaltige Alternative „Holz“ im Vergleich zu anderen Materialien stärker in den Fokus der Diskussion zu rücken,
    • der bayerischen Wirtschaft eine regionale „Alternative mit Vorbildcharakter“ anzubieten,
    • durch eine weitgehende Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten die Versorgungssicherheit zu gewährleisten,
    • eine moderne Transport- und Versorgungs-Infrastruktur aufzubauen bzw. zu gewährleisten und
    • einen wertvollen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Mobilität zu leisten.



    Meldungen und Veröffentlichungen

    •  

    Projektpartner


    Links

    •  

    Förderung

    Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) fördert das Cross-Cluster-Projekt im Rahmen der Cluster-Offensive Bayern.

          Kontakt

          Postanschrift:

          Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH
          Obere Hauptstraße 36
          85354 Freising
          +49 8161 96 995-60

          Geschäftsführer:

          Alexander Bogner
          +49 8161 96 995-63
          post@cluster-forstholzbayern.de