Projekt Bahnschwelle 2.0
Unabhängigkeit, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit
Hintergrund und Nutzen
Den Ausbau des schienengebundenen Personen- und Güterverkehrs ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Mobilitäts- und Verkehrswende. Dadurch sinken CO₂-Emissionen aus dem Straßenverkehr, ländliche Regionen in Bayern werden besser angebunden und die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert. Nachhaltiger Transport und eine resiliente logistische Infrastruktur sind essenziell. Der Straßen-Güterverkehr stößt bereits an Kapazitätsgrenzen, gleichzeitig plant die Industrie mit Gütermengen, die sich auf der Straße nicht mehr transportieren lassen. Die Aktivierung von Nebenstrecken, KV-Terminals und (privatwirtschaftlichen) Gleisanschlüsse bieten hierfür ein hohes Potenzial.
Der Schienenausbau hat damit eine hohe ökonomische und ökologische Bedeutung. Zeitgleich bietet der regionale Ausbau der Schieneninfrastruktur – und der daraus zu erwartende zusätzliche Bedarf an Bahnschwellen – ein erhebliches Potenzial für nachhaltige Bahnschwellen aus Laubholz.
Die 4. Bundeswaldinventur zeigt erneut eine starke Zunahme von Laubholz in Bayern und die WEHAM-Szenarien verdeutlichen ein langfristig hohes Rohstoffpotenzial. Für eine stoffliche Verwendung fehlen allerdings bislang weitgehend innovative Ansätze, sowohl für gesundes als auch durch Hitze, Trockenheit und Schädlinge entwertetes Holz.
Buche und Eiche eignen sich traditionell hervorragend für Bahnschwellen, doch das Kreosot-Verbot hat ihren Einsatz in der EU zurückgedrängt. Umweltverträgliche Alternativen kommen in anderen Ländern bereits zum Einsatz – in Deutschland allerdings noch nicht. Hier werden vor allem Schwellen aus Kunststoff favorisiert.
Projektziel
Das Cross Cluster Projekt „Bahnschwelle 2.0 – Unabhängigkeit, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit“ setzt zukunftsweisend an dieser komplexen Ausgangssituation an. Es analysiert die Anwendungsmöglichkeiten von umweltfreundlich imprägnierten Bahnschwellen aus Laubholz und arbeitet konkrete Anwendungsszenarien heraus, um dadurch
- die Wettbewerbsfähigkeit der Bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zu stärken und die nachhaltige Alternative „Holz“ im Vergleich zu anderen Materialien stärker in den Fokus der Diskussion zu rücken,
- der bayerischen Wirtschaft eine regionale „Alternative mit Vorbildcharakter“ anzubieten,
- durch eine weitgehende Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten die Versorgungssicherheit zu gewährleisten,
- eine moderne Transport- und Versorgungs-Infrastruktur aufzubauen bzw. zu gewährleisten und
- einen wertvollen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Mobilität zu leisten.
Meldungen und Veröffentlichungen
Projektpartner
- Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH
- Cluster BahnTechnik / CNA e. V.
- Fürstenberg-THP GmbH
- Lacker Sägewerk GmbH
Links
Förderung
Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) fördert das Cross-Cluster-Projekt im Rahmen der Cluster-Offensive Bayern.